BrennstoffzelleSchiffsverkehr

Brennstoffzellenantrieb für Schiffe


PowerCell Sweden und die norwegische Havyard Group kooperieren bei der Entwicklung eines emissionsfreien Brennstoffzellensystems.

Die Unternehmen Havyard und Powercell forcieren die Entwicklung eines Brennstoffzellenyantriebs für große Schiffe. Nach dem Abschluss der ersten Planungsphase läuft nun die offizielle Genehmigungsphase für die Antriebstechnik. Das Brennstoffzellensystem ist dann voraussichtlich ab 2021 auf einem Schiff der norwegischen Reederei „Havila Kystruten“ im Einsatz.

Brennstoffzelle als Schiffsantrieb der Zukunft?

In der weltweiten Schifffahrt werden noch immer größtenteils Schweröle als Kraftstoff eingesetzt. Doch mittlerweile scheint die Entwicklung alternativer Antriebe auch in der maritimen Branche anzukommen. Wahrscheinlich auch, weil dank einer EU-Richtlinie ab 2020 der maximale Schwefelgehalt im Schiffskraftstoff von derzeit 3,5 Prozent auf höchstens 0,50 Prozent sinken muss.

Auch einige Reedereien und Kreuzfahrt-Anbieter schwenken mittlerweile um: Die Aida Nova ist das erste Kreuzfahrtschiff, das ausschließlich mit flüssigem Erdgas (LNG) betrieben wird. Parallel dazu hat Hurtigruten angekündigt, vermehrt Biogas als Schiffstreibstoff einzusetzen. Das norwegische Unternehmen betreibt zudem seit Mai 2018 mit der „MS Roald Amundsen“ das weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit Hybridantrieb.

Allerdings ist auch der fossile Energieträger LNG keine langfristig umweltfreundliche Lösung. Zudem ist der Energiebedarf für Schiffe mit reinem Elektroantrieb mittelfristig wohl nicht zu bewältigen. Deshalb scheint vor allem die Brennstoffzelle als Schiffsantrieb der Zukunft in Frage zu kommen.

Visualisierung der Brennstoffzellen-Stacks | Bild: PowerCell

Kooperation soll Entwicklung vorantreiben

Vor wenigen Tagen unterzeichneten die norwegische „Havyard Group“ und das Brennstoffzellen-Unternehmen „PowerCell Sweden“ einen Kooperationsvertrag. Dieser beinhaltet die Entwicklung des Schiffsdesigns sowie der technischen Spezifikationen für ein Wasserstoff-Brennstoffzellensystem. „Mit diesem Auftrag wird Powercell Teil der Entwicklung des … leistungsstärksten maritimen Brennstoffzellensystems in der Geschichte sein“, erklärte Per Wassén, CEO von PowerCell. „Dies wird ein Meilenstein, sowohl für uns als auch für die weltweiten Bemühungen, die Emissionen von Handelsschiffen zu reduzieren…“

Geplant ist ein Antrieb aus mehreren parallel geschalteten 200-kW-Brennstoffzellenstacks mit einer Gesamtleistung von 3,2 Megawatt. Das erste Brennstoffzellensystem kommt voraussichtlich ab 2021 in einer Fähre von „Havila Kystruten“ zum Einsatz. Die Schiffe der norwegischen Reederei fahren größtenteils in norwegischen Gewässern, in denen ab 2026 nur noch emissionsfreie Schiffe verkehren dürfen. Havila Kystruten erteilte den Auftrag für insgesamt vier Brennstoffzellenschiffe.

Bosch und Linde sind mit an Bord

Einer weiterer Kooperationspartner ist das ehemals deutsche Unternehmen Linde, das die Tanks für den Wasserstoff liefert. Die Kerntechnologie für die Brennstoffzellen stammt aus der Zusammenarbeit von Powercell mit Bosch.

Die gesamte Entwicklung ist darauf ausgelegt, komplette Antriebslösungen mit Wasserstoff und Brennstoffzelle für verschiedene Schiffstypen zu liefern. Das neue Antriebssystem ist modular aufgebaut und kann sowohl in Neubauten als auch zur Nachrüstung bestehender Schiffe genutzt werden.

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