BrennstoffzelleSchienenverkehr

Der erste Wasserstoffzug der Welt fährt in Niedersachsen

Zug der Zukunft: Mit den Wasserstoffzügen von Altsom will Niedersachen den Schienenverkehr leise und emissionsfrei machen

Seit September fahren auf einem fast 100 Kilometer langen Streckenabschnitt im Elbe-Weser-Dreieck die ersten zwei Wasserstoffzüge der Welt im realen Personenverkehr. Die Brennstoffzellen-Züge der Marke Alstom Coradia iLint schaffen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h und können bis zu 1.000 Kilometer ohne Tankstopp zurücklegen. Nach erfolgreichem Testbetrieb sollen ab Ende 2021 weitere 14 Wasserstoffzüge für mehr emissionsfreien ÖPNV in Niedersachsen sorgen.

Die Coradia iLint-Wasserstoffzüge werden im Auftrag der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) auf der Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude eingesetzt. Seit der Premierenfahrt am 16. September 2018 legten die beiden Züge zusammen über 20.000 Kilometer zurück.

Zuverlässig wie Dieselloks

Mit einer Einsatzquote von 90% liegt die Zuverlässigkeit der emissionsfreien Züge laut Aussage von EVB-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank auf dem Niveau der aktuellen Dieselloks. Wenn man bedenkt, dass es sich bei den beiden Coradia iLint Wasserstoffzügen noch um keine Serienfahrzeuge handelt, sind die bisherigen Erfahrungen also sehr positiv.

„Dies ist eine Revolution für Alstom und für die Zukunft der Mobilität. Der erste Wasserstoff-Brennstoffzellen-Zug der Welt steigt in den Passagierdienst ein und ist bereit für die Serienproduktion“ Henri Poupart-Lafarge, CEO von Alstom 

Der Coradia iLint ist mit Brennstoffzellen ausgestattet, die Wasserstoff und Sauerstoff in Elektrizität umwandeln. Auch die Kinetische Energie durch Bremsen wird in Strom umgewandelt. Die zusammen erzeugte Energie sorgt für den Antrieb der Elektromotoren. Als Energiespeicher dienen mehrere Lithium-Ionen-Batterien.

Tausend Kilometer ohne Tankstopp

Mit dieser Technik schafft der weltweit erste Wasserstoff-Brennstoffzellenzug bis zu 1.000 Kilometer Strecke ohne Tankstopp. Die Höchstgeschwindigkeit des Coradia iLint beträgt 140 km/h.

Aktuell werden die Züge an einer mobilen Wasserstofftankstelle betankt. Der gasförmige Wasserstoff wird aus einem 40 Fuß hohen Stahlcontainer neben den Gleisen am Bahnhof Bremervörde in die Züge gepumpt. Vorerst wird der Wasserstoff noch aus der chemischen Industrie bezogen. Spätestens in zwei Jahren soll dieser mittels Elektrolyseverfahren gewonnen werden, wofür dann ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verwendet werden soll.

Eine stationäre Tankstelle auf dem EVB-Gelände geht voraussichtlich 2021 in Betrieb. Dann liefert Alstom 14 weitere Coradia iLint-Züge an die LNVG, auch, um schrittweise die aktuellen Dieselzüge mit emissionsfreien Fahrzeugen zu ersetzen: „Mit den zwei Coradia iLint-Zügen und mit der Nutzung von weiteren 14 Wasserstoffzügen ab Ende 2021 ersetzen wir als erste Personentransportbehörde vorhandene Dieselfahrzeuge durch emissionsfreie Fahrzeuge“, so Carmen Schwabl, Geschäftsführerin des LNVG.

In den nächsten dreißig Jahren müssen rund 120 herkömmliche Dieselfahrzeuge aus dem Fuhrpark des LNVG als Altersgründen ersetzt werden. Die Wasserstoffzüge von Alstom sollen dabei einen Teil zur Erneuerung der Flotte einnehmen. Das niedersächsische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr unterstützt die Anschaffung der 14 Wasserstoff-Brennstoffzellenzüge mit einem Zuschuss in Höhe von 81 Millionen Euro.

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