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aCar: Das E-Auto mit Allrad geht 2020 in Serie

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt präsentierte EVUM Motors sein neues aCar. Der Elektro-Transporter mit Allradantrieb wurde ursprünglich für den Einsatz in Entwicklungsländern konzipiert. Aufgrund der hohen Nachfrage wird das aCar parallel auch für den europäischen Markt als Kleintransporter für Landwirtschaft, Gewerbe und Kommunen produziert. Der Start der Serienproduktion ist für das zweite Quartal 2020 vorgesehen. Ab 2021 soll die internationale Produktion vor Ort in Afrika beginnen.

Ein Elektro-Transporter für zahlreiche Anwendung

Im Jahr 2013 startete an der Technischen Universität München (TUM) das Forschungsprojekt „aCar mobility – Ländliche Mobilität in Entwicklungsländern.“ Ziel des Projekts war, ein Auto zu konzipieren, das speziell auf die Bedürfnisse der Menschen in ärmeren Gegenden zugeschnitten ist. Weil der Elektro-Transporter mit Allradantrieb auch hierzulande auf große Nachfrage stieß, wurde das aCar ab 2017 auch für den europäischen Markt entwickelt.

Die Besonderheiten des aCar sind der Allrad-Elektroantrieb, die robuste Bauweise sowie die modulare Konzeption mit einer Nutzlast von 1000 kg. Ob offene Ladefläche für den Transport von Gütern, Transportaufbau mit Lkw-Planen, oder spezielle Aufbauten für mobile Arztpraxen – eigentlich gibt es nichts was mit dem aCar nicht möglich ist.

Schöner, robuster und noch flexibler

Seit der Vorstellung des Prototyps vor zwei Jahren wurde die Gesamtkonstruktion komplett überarbeitet. „So gut wie keine Schraube ist gleichgeblieben,“ erklärt Sascha Koberstaedt, Geschäftsführer und Mitgründer der EVUM Motors GmbH. Das Design wirkt nun wesentlich freundlicher als beim kantigen Prototyp. Auch Erweiterungen, wie beispielsweise das „Kommunaldreieck“ zur Aufnahme von Anbauteilen wie Kehrmaschine oder Räumschild, sind beim neuen aCar gegen Aufpreis nun mit an Bord.

Anwendungsbeispiele aCar | Bilder: Evum Motors

Das neue aCar ist in der Fahrzeugklasse N1 zugelassen, also ‚…zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen…‘. Transporter dieser Klasse können mit dem normalen PKW-Führerschein gefahren werden. Das bedeutet, dass für das EVUM aCar die Kaufprämien des Förderprogramms Elektromobilität der Bundesregierung, und zukünftig auch die angekündigten Sonderabschreibungen, gelten.

Verkauf ab Anfang 2020

Anfang 2019 startete die EVUM Motors GmbH im niederbayerischen Bayerbach mit der Produktion einer aCar-Vorserie. Der Beginn der Serienproduktion ist für das zweite Quartal 2020 geplant. Bestellungen für den Allrad-Elektro-Transporter sind bereits jetzt über die Website der EVUM Motors GmbH möglich.

In der Grundausstattung mit Pritsche kostet das aCar 28.900 Euro, netto. Dafür bekommt der Kunde einen Elektro-Transporter mit Allradantrieb, 70 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Leistung von 2 x 10 kW. Die Reichweite beträgt rund 200 Kilometer.

Elektro-Transporter für Afrika

Die Produktion in Niederbayern ist allerdings nur der erste Schritt für die Verwirklichung des eigentlichen Ziels. Mit dem in Deutschland gewonnen Knowhow wollen die Gründer lokale Produktionsstätten in Entwicklungsländern aufbauen. „Unser Ziel ist es, kundennah kleine Produktionseinheiten zu haben, um schon bei der Produktion möglichst nachhaltig zu sein,“ sagt Martin Šoltés, Geschäftsführer und Mitgründer der EVUM Motors GmbH.

Der Start der internationalen Produktion ist im Laufe des Jahres 2021 vorgesehen. Bis dahin werden Arbeiter aus Afrika in Bayerbach geschult. Mit dem erlangten Wissen soll das aCar dann vor Ort in den jeweiligen Entwicklungsländern zu einem wesentlich günstigeren Preis produziert werden.

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