AutoElektroantrieb

Audi setzt auf Elektromobilität

Bis 2025 will Audi über 30 Elektro-Modelle auf den Markt bringen und vollständig CO2-neutral produzieren.

Audi will zum Anbieter CO2-neutraler Premium-Mobilität werden und die Führungsrolle im Wettbewerb übernehmen. Um das zu erreichen, beschleunigt der Konzern seine Elektrifizierungsziele und unternehmensweite Dekarbonisierung. Bis 2025 soll sich der CO2-Fußabdruck der Fahrzeug-Flotte über den gesamten Lebenszyklus hinweg um 30 Prozent gegenüber 2015 verringern. Bis zum Jahr 2025 will Audi mehr als 30 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen. 

Audi beschleunigt Dekarbonisierung und Elektrifizierung

Im Gesamtkonzept der zukünftigen Unternehmensentwicklung des Volkswagen-Konzerns richtet Audi sein Antriebs-Portfolio gezielt auf die besonderen Anforderungsprofile von Premium-Kunden aus. Konkret bedeutet das: große Fahrzeugsegmente, hohe Leistung und Langstreckentauglichkeit. Neben rein elektrischen Fahrzeugen setzt Audi daher zukünftig auch vermehrt auf Plug-in-Hybrid-Antriebe. Bis 2025 soll sich der CO2-Fußabdruck der Fahrzeug-Flotte über den gesamten Lebenszyklus hinweg um 30 Prozent gegenüber 2015 verringern.

Audi setzt auf Premium Kunden

Für die Ingolstädter wird Elektromobilität zum wesentlichen Eckpfeiler der neuen Markenstrategie. Daher entfallen zukünftig 50 Prozent des Marketingbudgets auf Themen rund um die Elektromobilität. Damit nachhaltige Mobilität auch beim sogenannten Premium-Kunden ankommt, setzt Audi vermehrt auf Service.

Unter anderem bietet das Unternehmen seinen Kunden den „Audi e-tron Charging Service“. Dieser erschließt den Zugang zu etwa 80 Prozent aller Ladestationen in Europa, also mehr als 110.000 öffentliche Ladepunkte in 20 EU-Ländern. Die Abrechnung erfolgt automatisiert über ein Benutzerkonto. Mit der neuen Funktion „Plug & Charge“ autorisiert sich der Audi der Zukunft selbstständig an der Ladesäule und schaltet diese frei.

Vier Plattformen für Elektro-Luxus

Bei der zukünftigen Modellpalette setzen die Ingolstädter auf vier Plattformen.

  • MLB evo: Die neue Karosserieform des „Modularen Längsbaukastens“ beinhaltet zahlreiche innovative Struktur-Elemente im unteren Bereich des Mittelwagens und des Dachs. Das erste Fahrzeug auf Basis der MLB evo-Plattform ist der Oberklassen-SUV Audi e-tron.
  • J1: Die Performance Plattform „J1“ wurde von Porsche entwickelt. Audi will diese in Zukunft für große Luxusfahrzeuge, wie beispielsweise den Audi e-tron Gran Turismo, nutzen. Das Showcar wurde auf dem letztjährigen Genfer Automobilsalon vorgestellt und bietet 300 kW Leistung, 830 Nm Drehmoment und eine Beschleunigung in nur 3,5 Sekunden von Null auf 100 km/h.
  • MEB: Der „Modulare Elektrifizierugsbaukasten“ dient als technische Grundlage für eine Vielzahl zukünftiger Kompakt- und Mittelklasse-Modelle des gesamten VW-Konzerns. Als erstes wird der Audi Q4 e-tron im Jahr 2020 vom Band rollen. Q3 und Q5 sollen folgen.
  • PPE: Die Premium Plattform Electric wurde in enger Zusammenarbeit mit Porsche konzipiert. Sie dient als Basis für Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse bis zur Luxusklasse. Standard ist eine E-Maschine im Heck. Bei den Topmodellen sorgt ein zweiter Elektromotor an der Vorderachse (PSM oder ASM) für einen bei Bedarf automatisch zuschaltbaren Allradantrieb.
Die vier neuen Elektro-Plattformen von Audi E-Autos
Die vier Elektro-Plattformen | Bild: Audi AG

Flächendeckende Ladeinfrastruktur

Der Volkswagen-Konzern hat 2017 in Kooperation mit Audi, Porsche, BMW, Daimler und Ford das europäische Gleichstrom-Schnellladenetzwerk Ionity gegründet. Bis 2020 sollen in 25 Ländern 400 High-Power-Charging (HPC)-Stationen in maximal 120 Kilometer Abstand zueinander entstehen. Zusätzlich setzt Audi auf nachhaltigen Ladestrom. So können Audi-Kunden ihr Haus und ihre Garage mit „Volkswagen Naturstrom“ versorgen, welcher zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird.

CO2-neutrale Produktion

Die zukünftige Fertigung aller E-Audis soll CO2-neutral geschehen. Das Werk Brüssel hat hierbei die Vorreiterrolle. Dort wird der Audi e-tron bereits seit dem Produktionsstart CO2-neutral gefertigt. So wird der Standort in Brüssel seit 2012 mit Grünstrom versorgt. Seinen Wärmebedarf deckt das Werk durch Biogas-Zertifikate ab. Nach eigenen Angaben spart die Fertigung in Brüssel so bis zu 40.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Bis 2025 sollen alle Audi-Werke diesem Beispiel folgen und vollständig CO2-neutral arbeiten.

Recycling von Batterien

Einer der wichtigsten Punkte für eine maximale Nachhaltigkeit der Elektromobilität ist der Umgang mit den gebrauchten Hochvolt-Batterien. Dazu erprobt Audi aktuell zwei Pilotprojekte: Den Einsatz gebrauchter Batterien in Gabelstaplern und Zugmaschinen im Stammwerk Ingolstadt sowie die Verwendung der Batterien als stationärer Energiespeicher auf einem Campus in Berlin.

Zudem forscht Audi mit dem belgischen Recycling- und Materialtechnologie-Unternehmen „Umicore“ an der Entwicklung eines geschlossenen Kreislaufs für die Bestandteile von Hochvolt-Batterien. Ziel ist es, wertvolle Materialien wie Kobalt und Nickel aus gebrauchten Akkus wiederzugewinnen und in neuen HV-Batterien einzusetzen.

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