Elektroantrieb

Der Lebenszyklus eines E-Auto-Akkus

Warum bei der Zukunft der E-Mobiltät das Recycling wichtig ist

Elektro-Fahrzeuge gelten als grüne Alternative zu den klimaschädlichen Kraftstoffen Diesel und Benzin. Das ehrgeizige Ziel der EU-Kommission: Bis 2025 soll ein Viertel aller Autofahrer auf Europas Straßen mit E-Mobilen unterwegs sein. Das wären circa 20 Millionen Verkehrsteilnehmer, die etwa 700 Gigawattstunden Akkuleistung bräuchten. Die aber wird nicht zu haben sein, ohne einen hohen Preis dafür zu zahlen. Vor allem wenn man bedenkt, dass zusätzlich zu den E-Auto auch Elekro-Kleinstfahrzeuge wie E-Roller, E-Scooter oder E-Skates immer beliebter werden. 

Batteriematerialien sind teuer und Konzepte für das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus existieren momentan noch so gut wie nicht. Es gibt für sie weder eine Sammel- noch eine Recycling-Quote. Wertstoffhöfe nehmen die Akkus nicht an, weil die Entsorgung viel zu teuer ist. Ein Discounter, der Elektrofahrräder oder Elektrokleinfahrzeuge verkauft, muss die Akkus nicht zurücknehmen. 

Ein Sprecher eines deutschen Automobilherstellers erklärte vor kurzem, die einfachere Rückgewinnung von Lithium sein ein Ziel, an dem der Konzern arbeite. Ein nachhaltiger Kreislauf sei aktuell aber viel zu teuer. Um den Lebenszyklus eines Antriebsakkus zu schließen, sind sowohl ein hoher Energieaufwand als auch Handarbeit nötig. Die bis zu 700 Kilo schweren Akkus müssen zum Beispiel in Sand verpackt transportiert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die entladenen Batterien erhitzen und Feuer fangen. In den USA gehen weit über die Hälfte aller Brände auf Deponien auf entsorgte Lithium-Ionen-Akkus zurück.

Der wahre Preis der Elektromobilität

Während es den Konzernen im Moment günstiger erscheint neue Rohstoffe abzubauen, als alte zu recyceln, gehört die Förderung von Kobalt schon jetzt zu den schmutzigen Wahrheiten der E-Mobilität. Nach aktuellem Stand liegen größere Kobalt-Vorkommen nur im Kongo verborgen. Mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Rohstoffs stammt aus der zentralafrikanischen Republik. Der Kongo gilt noch immer als einer der konfliktreichsten Regionen der Erde, in denen Verletzung der Menschenrechte, staatliche Willkür und Korruption an der Tagesordnung stehen. In welche Kanäle die Einnahmen aus dem Rohstoffabbau fließen, weiß keiner so recht.

Wiederverwertbarkeit entscheidet über die Ökologie

Das Helmholtz Institut Ulm rechnete aus, dass bei dem erwarteten Anstieg des Kobalt-Verbrauchs bis 2050 die heute bekannten Reserven bereits doppelt verbraucht wären.

Effiziente und automatisierte Demontage- und Sortierprozesse sind also zwingend notwendig, um die E-Fahrzeug-Batterien ökonomisch und ökologisch sinnvoll zu machen. Auch das Finden alternativer Rohstoffe zur Herstellung der Akkus könnte einen Ausweg aus der Misere beiden. Aktuell liegen beide Lösungswege leider noch in weiter Ferne.

Ein weiteres Problem muss die westliche Welt ebenfalls aufhorchen lassen: Rund ein Drittel des gesamten Elektroschrotts „verschwindet“ in Richtung unbekannt. Man geht davon aus, dass dieser illegal nach Afrika oder in andere Gegenden mit geringen Umweltstandards importiert wird. Und so lange auch dieses Problem nicht gelöst wird, bleibt die gesamte Ökobilanz elektrisch betriebener Fahrzeuge leider nicht ganz so positiv, wie es viele gerne hätten.

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