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E-Dumper: Das größte E-Fahrzeug der Welt

Wie der elektrische Muldenkipper überschüssigen Strom erzeugt

Es war einmal ein Muldenkipper mit Dieselantrieb, welcher auf zahlreichen Baustellen fleißig seine Arbeit verrichtete. Im Jahr 2015 hatten Entwickler der Kuhn AG und der Lithium Storage GmbH eine waghalsige Idee: Wir machen aus einem Komatsu HD 605-7 Muldenkipper das größte Elektrofahrzeug der Welt!

Der eDumper – ein elektrischer Muldenkipper auf Rekordjagd

Angetrieben wird das elektrische Ungetüm von einem Synchron Elektromotor mit 590 kW / 800 PS. 45 Tonnen Eigengewicht und 65 Tonnen Nutzladung machen den e-Dumper zum größten Elektrofahrzeug der Welt. Der Lithium-Eisenphosphat Akku der Lithium Storage AG ist die größte Batterie, die jemals in einem Fahrzeug verbaut wurde.

Der Komatsu eDumper soll in einem Schweizer Steinbruch pro Fahrt 60 Tonnen Kalk- und Mergelgestein zum tiefer gelegenen, fest installierten Transportsystem liefern. Und genau hier liegt die Besonderheit des Konzepts: Bei der Talfahrt erzeugt der vollgeladene elektrische Muldenkipper mehr Energie als für die nächste Bergfahrt benötigt wird. Dies geschieht durch Rekuperation der Bremsenergie, also ähnlich wie bei herkömmlichen Hybrid-Autos. Pro Transportfahrt berechneten die Entwickler einen Stromüberschuss von 10 kWh. Bei geschätzten 20 Fahrten pro Tag werden nach Berechnungen tägliche etwa 200 kWh überschüssiger Strom erzeugt, welcher letztendlich in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden soll. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Muldenkipper spart der E-Dumper auf diese Weise pro Jahr 50.000 Liter Diesel und 130 Tonnen CO2!

Nicht nur die Natur drückt die Daumen

Ab Herbst soll der E-Dumper im Realbetrieb eingesetzt werden. Bei erfolgreichem Einsatz möchte der Betreiber des Steinbruchs eventuelle sogar bis zu acht weitere E-Dumper bestellen. Rechnet man den eingesparten CO2-Ausstoß aller elektrischer Muldenkipper zusammen, würde sich vor allem die Umwelt darüber freuen. Bei neun elektrischen Muldenkippern wären dies bis zu 1.170 Tonnen CO2 weniger als bei einem Muldenkipper mit Dieselantrieb.

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