ElektroantriebNewsUrbane Mobilität

HSH entwickelt induktives Ladesystem für Elektrofahrzeuge

Die Hochschule Hannover (HSH) entwickelt und erprobt ein induktiven Ladesystem für Elektrofahrzeuge. Im Rahmen des Forschungsprojekts LaneCharge wird das Induktionsladen am Anwendungsbeispiel eines Taxistands realisiert. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und wird mit Bundesmitteln finanziert.

Die fehlende Ladeinfrastruktur ist für viele noch immer das Hauptargument gegen den Kauf eines E-Autos. Wer in einer Mietwohnung zu Hause ist oder sein Auto nachts auf der Straße parken muss, hat oft keine Möglichkeit, sein Elektroauto aufzuladen. Ein System zum induktiven Laden der Fahrzeug-Akkus könnte diese Problem lösen. Dabei befindet sich der Energiespender im Boden, während der Empfänger an der Unterseite des Fahrzeugs befestigt ist. Parkt ein induktionsfähiges Elektrofahrzeug über der Ladespule, wird der Akku automatisch geladen. 

Kabelloses Laden für Taxis

Im Vergleich zu herkömmlichen Lademöglichkeiten funktioniert dieses System kontaktfrei und kabellos. Das Verfahren ließe sich somit optisch unauffällig in eine bestehende Umgebung integrieren. So könnte theoretisch jeder Stell- und Parkplatz mit einem induktiven Ladesystem  nachgerüstet und jeder Neubau automatisch damit ausgestattet werden. Ein induktives Ladesystem ist also aus städtebaulicher Sicht vor allem dort interessant, wo sich kabelgeführte Laden aus ästhetischen, betrieblichen oder technischen Gründen als ungeeignet erweist. In Hannover hat man deshalb Taxis als Versuchsobjekte auserkoren.

Testfeld Taxistand

Das aus Bundesmitteln finanzierte Forschungsprojekt zur Entwicklung eines induktiven Ladesystems wird unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Heiko Hepp am Anwendungsbeispiel eines Taxistands realisiert. In der finalen Phase des auf vier Jahre angelegten Testprojekts soll ein vollfunktionsfähiges induktives Ladesystem am Taxistand in der Rundestraße auf der Nordseite des Hauptbahnhofs Hannover erprobt werden.

Bis es soweit ist, werden an der HsH die Leistungsregelung sowie das Kommunikationssystem entwickelt. Kooperationspartner aus der Wirtschaft sorgen für die Entwicklung der Übertragungsspulen sowie für Arbeitspakete zur Fahrzeug- und Straßenintegration. Nach der Prototypenentwicklung wird an der HsH dann ein Testfeld aufgebaut, an dem das System unter Realbedingungen getestet wird.

Ladespulen werden in die Straße intergriert

Nach der erfolgreichen Erprobungsphase werden die gewonnenen Erkenntnisse vom Test- auf das Anwendungsfeld am Hauptbahnhof Hannover übertragen. Dort wird ein Großteil der Fläche elektrisch nutzbar gemacht, indem insgesamt zwölf primärseitige Ladespulen auf über 60 Metern Länge am Taxi-Stand in den Straßenaufbau integriert werden.

Das Forschungsprojekts LaneCharge an der Hochschule Hannover (HsH) wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit insgesamt 3,7 Millionen Euro gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Der HsH stehen anteilig 1,1 Millionen Euro für ihr Teilprojekt zur Verfügung.

Die Kooperationspartner des Projekts heißen EDAG Engineering GmbH, Technische Universität Braunschweig (TUBS), SUMIDA Components & Modules GmbH, enercity, Götting KG, Hallo Taxi 3811 GmbH und die Landeshauptstadt Hannover.

Mehr zeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"