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Volkswagen baut Recyclinganlage für Elektroauto-Batterien

Volkswagen baut an seinem Standort in Salzgitter eine Pilotanlage für das Recycling von Elektroauto-Batterien. Das Ziel ist es, so viele Rohstoffe wie möglich wieder in die Prozesskette der Herstellung von E-Auto-Batterien zurückzuführen. Die Recyclinganlage soll ab 2020 in Betrieb gehen.

Volkswagen arbeitet an Recycling-Konzept

Volkswagen setzt in Zukunft vermehrt auf Elektromobilität. Bis 2025 möchte der Konzern bis zu eine Millionen E-Autos verkaufen, die auf der neuen MEB-Plattform basieren. Gleichzeitig möchte VW eines der größten Kritikpunkte gegen Elektromobilität anpacken: Das Recycling der Elektroauto-Batterien.

Elektromobilität gilt einerseits als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Auf der anderen Seite stellen sich Kritiker der Elektromobilität zurecht Fragen wie: woher kommen die Rohstoffe für E-Auto-Akkus und was passiert mit den Batterien nach dem Ende des Zyklus? Denn in weiten Teilen werden die Elektroauto-Batterien noch immer als Sondermüll behandelt. Seit Jahren arbeiten VW-Ingenieure deshalb an einem Recycling-Konzept: „Seit zehn Jahren forschen wir bei Volkswagen daran, wie wir Rohstoffe zurückgewinnen können. Dazu gehören vor allem Kobalt, Lithium, Mangan und Nickel“, erklärt Thomas Tiedje, Leiter Technische Planung.

Recyclinganlage ab 2020 in Betrieb

Aktuell werden die ersten Akkus für die Elektroauto-Familie ID. im VW-Werk in Braunschweig produziert. Ab Ende 2019 werden diese Batterien dann in die jeweiligen Montagewerke geliefert. Eines davon ist in Zwickau, wo ebenfalls Ende 2019 die ID. Produktion starten soll.

Parallel dazu wird in Salzgitter mit dem „Center of Excellence“ eine Pilotanlage zur Batteriezellenfertigung gebaut. Dazu gehört ab 2020 auch eine Recyclinganlage für ausgediente E-Auto-Akkus. Diese ist zunächst auf eine Kapazität von rund 3.000 Fahrzeugbatterien ausgelegt. Mit der ersten größeren Menge an Batterie-Rückläufern rechnet man bei Volkswagen ab Ende der 2020er Jahre. Dann wird der erste Teil der Elektro-Fahrzeuge seine Nutzungsdauer erreicht haben.

Volkswagen Infografik Batterie-Recycling E-Auto-Akkus
Bild: VW AG

Recycling oder zweites Leben

Die Rückläufer werden nach speziellen Prüfkriterien analysiert. Danach gibt es zwei Wege: Entweder wird die Batterie recycelt oder einem sogenannten „zweiten Leben“ zugeführt. Dieses zweite Leben für ausgediente E-Auto-Akkus könnte beispielsweise bedeuten, dass bestimmte Bauteile dann als Bestandteil von flexiblen Ladesäulen oder von Schnellladesäulen genutzt werden. Für alle diese Anwendungen sind Batterien in einem „zweiten Leben“ bestens geeignet.

Batterien, die für die Wiederverwertung vorgesehen sind, durchlaufen in der Pilotanlage in Salzgitter einen Recyclingprozess: Die einzelnen Bestandteile werden zunächst geschreddert. Anschließend wird das Material getrocknet und gesiebt. Übrig bleibt das sogenannte „schwarze Pulver“, in dem sich die wertvollen Rohstoffe Nickel, Mangan, Kobalt und Lithium befinden. Diese werden dann voneinander getrennt und stehen anschließend wieder für die Produktion neuer Batterien zur Verfügung. Die Mehrfachnutzung vor allem dieser vier Rohstoffe ist deshalb so wichtig, weil deren Abbau und Nutzung für die CO2-Bilanz des gesamten Elektroautos entscheidend ist.

Infografik für Recycling Prozess von Elektroauto-Akkus zur Wiederverwertung von Kobalt, Nickel, Mangan und Lithium
Bild: VW AG

VW will bis zu 97 Prozent einer E-Auto-Batterie recyceln

Die Anlage in Salzgitter ist das erste große Pilotprojekt zur Wiederverwertung von ausgedienten E-Auto-Akkus. In den nächsten Jahren sollen weitere dezentrale Recyclinganlagen folgen. Volkswagen reagiert damit vor allem auch auf die hohen Investitionskosten, die für die Entsorgung und Neubeschaffung der Rohstoffe anfallen. „Dann recyceln wir es lieber gleich selbst und qualifizieren dabei unsere Mitarbeiter, zumal wir in Zukunft hohe Stückzahlen erwarten“, sagt Thomas Tiedje.

Für das Recyceln von Elektroauto-Batterien hat sich Volkswagen selbst ein stolzes Ziel gesetzt: Langfristig will der Konzern 97 Prozent aller Rohstoffe wiederverwerten. Aktuell beträgt der Recycling-Anteil noch 53 Prozent, mit der Anlage in Salzgitter werden es 72 Prozent.

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