Bus und KleinbusseGas

Koblenz bekommt 29 Biogas-Busse

In Koblenz fahren bald 29 Biogas-Busse. In Kürze startet dafür eine europaweite Ausschreibung durch die Betreibergesellschaft „evm Verkehrs GmbH“. Die Vergabe des Auftrags erfolgt im Juli. Spätestens ab 12. Dezember 2020 sollen die 27 Gelenk- und zwei Solobusse im Koblenzer ÖPNV in Betrieb sein. Nach evm Angaben werden die neuen Stadtbusse ausschließlich mit Biomethan betrieben.

Biogas aus regionaler Produktion

Im Februar beschloss der Koblenzer Stadtrad einen neuen Nahverkehrsplan. Während andere Kommunen auf Elektroantrieb umrüsten, entschieden sich die Verantwortlichen in Koblenz bewusst für die Anschaffung von Bussen mit Gasantrieb. Die Vorteile liegen auf der Hand: Höhere Reichweite, günstigere Anschaffung und eine wesentlich bessere Ökobilanz.

Die neuen Koblenzer Stadtbusse werden mit Biomethan betankt. Dieses wird regional von der Energieversorgung Mittelrhein (evm), unter anderem in der Biogasanlage in Boppard-Hellerwald, produziert. Biomethan ist bei der Verbrennung nahezu CO2-neutral und gilt aktuell als der umweltfreundlichste Kraftstoff. Über eine Laufzeit von 12 Jahren ist pro Bus eine Einsparung von durchschnittlich 39.000 Tonnen CO2 möglich (Quelle: MAN).

Erdgas-Bus von MAN

In Koblenz ist aktuell ein MAN Lions City 18G zu Testzwecken im Einsatz. Der CNG-Gelenkbus ist 18 Meter lang und verfügt über 41 Sitzplätze. Der Gasmotor schafft eine Leistung von 206 kW (280 PS). Im Vergleich zu einem herkömmlichen Dieselbus fallen bis zu 97 Prozent weniger Schadstoff-Emissionen an.

Der Tank ist in Form von fünf Typ-4-Gasflaschen auf dem Dach verbaut. Diese fassen bis zu 1.875 Liter und ermöglichen eine Reichweite von rund 500 Kilometern. Die hohe Reichweite und geringe Tankintervalle sind ein großer Vorteil im Vergleich zu Elektrobussen, welche oft nur einen Bruchteil dieser Strecke ohne Zwischenladung schaffen.

Neben dem nahezu CO2-neutralen Betrieb bieten Biogasbusse noch weitere Vorteile: Weil der Gastank auf dem Dach verbaut ist, dürfen sich die Passagiere über mehr Platz im Innenraum freuen. Zudem sind auch die Motorengeräusche wesentlich leiser im Vergleich zu herkömmlichen Dieselbussen. 

Beispiel Augsburg

Teil der Ausschreibung war auch die Steigerung der Fahrgast-Komforts. So sollen die neuen Stadtbusse über WLAN-Anschlüsse und leistungsfähigere Klimaanlagen verfügen. Welcher Hersteller am Ende den Zuschlag erhält ist noch offen. Laut Jürgen Czielinski, Geschäftsführer der evm Verkehrs GmbH, gibt es aktuell fünf Hersteller, die einen Auftrag dieser Art erfüllen können.

Dass der städtische ÖPNV problemlos mit Biogasbussen bewältigt werden kann, zeigt die Stadt Augsburg. Dort begann man bereits 1995 mit der Umrüstung der Busflotte von Diesel auf Erdgas. Seit 2011 fahren sämtliche Stadtbusse in Augsburg ausschließlich mit Biomethan.

Übrigens: Der Erdgas-Bus von MAN wurden in Koblenz auf Herz und Nieren getestet: Bei den Probefahrten waren 585 Sandsäcke mit einem Gesamtgewicht von 20 Tonnen an Bord. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden aber auch die stärksten Steigung problemlos gemeistert – trotz Zusatzgewicht.

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