Erdgas als Kraftstoff

Erdgas wird seit Jahren vermehrt als Kraftstoff für Autos, Busse oder Schiffe eingesetzt. Im Vergleich zu einem Dieselfahrzeug verursacht Erdgas bei der Verbrennung rund 25 Prozent weniger CO2 und bis zu 95 Prozent weniger Stickoxide. Durch Zumischen von Biomethan sinkt der Schadstoffausstoß weiter. Jedes Erdgas-Fahrzeug kann problemlos mit Biomethan betankt werden.

Erdgas wird zu CNG komprimiert

Die Energiedichte von Erdgas ist etwa 20 Prozent höher als bei herkömmlichen Kraftstoffen wie Diesel oder Benzin. Um eine ausreichende Kraftstoffmenge im Fahrzeug mitführen zu können, wird Erdgas mit etwa 200 bar komprimiert. Daher stammt auch die Bezeichnung CNG (Compressed Natural Gas). Alternativ wird Erdgas auch zu LNG (Liquefied Natural Gas) verflüssigt. LNG wird hauptsächlich als Kraftstoff für Verkehrsmittel mit großen Tanks genutzt (Schiffe, Lkw), oder um große Gasmengen auf dem Land- oder Seeweg zu transportieren.

Was ist Erdgas?

Erdgas ist ein fossiler Rohstoff, der vor mehreren Millionen Jahren auf natürliche Weise aus organischen Stoffen entstand. Die Lagerstätten von Erdgas liegen bis zu zehn Kilometer unter der Erde, weshalb die Förderung zum Teil sehr aufwendig und kostenintensiv ist. Das „Rohe Erdgas“ besteht größtenteils aus brennbarem Methan und – je nach Fundort – aus Anteilen von Ethan, Propan, Schwefelwasserstoff, Stickstoff und weiteren Reststoffen.

Woher kommt unser Erdgas?

Die größten Erdgasvorkommen der Welt liegen in den USA und Russland. Deutschlands Anteil an der weltweiten Fördermenge ist verschwindend gering. Weil unser Gas-Bedarf allerdings sehr hoch ist, ist Deutschland seit vielen Jahren der größte Erdgas-Importeur der Welt.

Unser Erdgas stammt hauptsächlich aus Russland, Norwegen oder Kanada. Nur rund 10 Prozent werden in Deutschland selbst gefördert. Da die nationalen Vorkommen langsam erschöpft sind, wird dieser Eigenanteil in den nächsten Jahren weiter sinken.

Der Transport durch Europa erfolgt größtenteils durch ein weitverzweigtes Ferngas-Verbundsystem. Alleine das Rohrnetz in Deutschland hat eine Länge von mehr als 500.000 Kilometern. Seit einiger Zeit importiert die EU vermehrt LNG aus den USA. Dieses wird per Schiff über den Seeweg nach Europa transportiert.

Kraftstoff Verkehrsschild CNG

Wieviel kostet CNG als Kraftstoff?

Im deutschen Eichgesetz ist festgelegt, dass die Masse von Erdgas/CNG in Kilogramm angegeben werden muss. Als Kraftstoffäquivalent gilt: 1 kg Erdgas entspricht rund 1,3 Litern Diesel und rund 1,5 Litern Benzin. Auf den Kilometer gerechnet betragen die reinen Kraftstoffkosten mit Erdgas rund die Hälfte im Vergleich zu Benzin, und rund ein Drittel weniger gegenüber Diesel.

Die geringeren Kosten liegen vor allem am reduzierten Steuersatz. Dieser wurde am 1. Juni 2017 bis 01.01.2027 festgelegt. Die Energiesteuer pro Kilogramm CNG beträgt bis 2023 konstant 17,79 Cent und wird dann bis 2027 schrittweise erhöht. Zum Vergleich: Die Energiesteuer je Liter Benzin beträgt 65,45 Cent und für Diesel 47,04 Cent.

Die Steuersätze pro Kilogramm CNG bis 2027 im Einzelnen:

bis 31.12.202317,79 Cent
01.01.2024 bis 31.12.202423,53 Cent
01.01.2025 bis 31.12.202529,25 Cent
01.01.2026 bis 31.12.202634,98 Cent
01.01.202740,70 Cent

Erdgas chemisch identisch mit Biomethan

Erdgas und Biomethan sind chemisch identisch und unterscheiden sich lediglich durch ihre fossile oder biogene Herkunft. Jedes CNG-Fahrzeug kann daher problemlos mit Biomethan betankt werden. In den meisten Fällen wird Biomethan ebenfalls in das Gasnetz eingespeist und so mit Erdgas vermischt.

Schadstoffemissionen bei Erdgas als Kraftstoff

Ein wesentlicher Vorteil von CNG als Kraftstoff liegt in der Reduktion von Schadstoffemissionen. Im Vergleich zu einem Diesel- oder Benzinfahrzeug verursacht Erdgas bei der Verbrennung rund 25 Prozent weniger CO2. Stickoxide werden im Vergleich zu einem Dieselfahrzeug um bis zu 95 Prozent reduziert. Benzol und Feinstaub fallen fast gar nicht an. Durch Zumischen von Biomethan wird der CO2-Ausstoß weiter gesenkt.

In der Regel gelangt CNG an Tankstellen, indem es in das bestehende Gasnetz eingespeist wird. Im Gegensatz zum Transport von Diesel und Benzin fallen also keine zusätzlichen Schadstoffemissionen durch lange Transportwege an.

Monovalent und Bivalent

Ein Erdgasfahrzeug wird mit einem Verbrennungsmotor betrieben, welcher prinzipiell wie ein Ottomotor funktioniert. Deshalb gibt es auch Fahrzeuge, die über zwei Tanks für zwei unterschiedliche Kraftstoffarten verfügen. In diesem Fall spricht man von bivalenten Fahrzeugen. Die jeweiligen Kraftstoffe verbrennen aber nicht gleichzeitig. Bei modernen CNG-Fahrzeugen wird die Kraftstoffzufuhr automatisch geregelt, wobei der Benzintank nur genutzt wird, wenn der Erdgastank leer ist.

Ein monovalentes Erdgasfahrzeug ist hauptsächlich für den Betrieb mit Erdgas/CNG vorgesehen. Die Fahrzeuge haben lediglich einen kleinen oder gar keinen Benzintank an Bord.

Umrüsten oder neu kaufen

Fast jedes Fahrzeug mit Ottomotor (Benzinmotor) kann auf CNG-Antrieb umgerüstet werden. Je nach Modell und Größe des Tanks kostet die Umrüstung zwischen 3.000 bis 5.000 Euro. Der Nachteil ist vor allem der Verfall der Herstellergarantie des Fahrzeug. Die Vorteile sind ein umweltfreundlicherer Antrieb und geringere Betriebskosten.

Neben Fiat und Seat bietet vor allem Volkswagen zahlreiche CNG-Neuwagen an. Die Modellpalette reicht von Klein- bis Mittelklasse und beinhaltet Fahrzeuge mit Schalt- und Automatikgetriebe. Die Anschaffungskosten für serienmäßige CNG-Fahrzeuge sind rund 7 – 10 Prozent höher als bei Benzinfahrzeugen. Dank wesentlich geringerer Betriebskosten amortisieren sich diese aber vor allem für Vielfahrer schon nach kurzer Zeit.

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