LPG (Autogas, Flüssiggas) als Kraftstoff

LPG (Liquefied Petroleum Gas) ist ein Gemisch aus Butan und Propan, das als Nebenprodukt bei der Erdöl- und Erdgasförderung anfällt. Weil LPG für Transport und Lagerung verflüssigt wird, bezeichnet man es auch als Flüssiggas. Außerdem wird noch der Name Autogas verwendet. Zwar stößt LPG bei der Verbrennung rund 15 Prozent weniger CO2 wie ein Benziner aus, weil es aber direkt von der Förderung fossiler Energieträger abhängt, ist Autogas letztendlich keine umweltfreundliche Alternative zu Benzin und Diesel.

Geschichte

Lpg Auto mit Autogas-Tanks auf dem Dach
LPG Auto mit Gasflaschen auf Dach, Berlin 1946 | Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-V00921 / CC-BY-SA 3.0

LPG wird in Europa bereits seit den 1930er-Jahren als Kraftstoff verwendet. Dementsprechend ist Autogas in vielen europäischen Ländern auch heute noch weit verbreitet. Vor die Türkei, die Niederlande und Polen verfügen über ein dichtes Netz an LPG-Tankstellen. In der Schweiz und in Österreich hingegen ist die Tankstellenanzahl sehr gering. Bei Fahrten ins europäische Ausland mit einem Autogas-Fahrzeug sollte daher unbedingt vorher geklärt werden, ob die Kraftstoffversorgung ausreichend gesichert ist.

LPG in Deutschland

Aktuell sind in Deutschland rund 400.000 Autogas-Pkw angemeldet. Es werden etwa 6.500 LPG-Tankstellen betrieben. Laut Kraftfahrtbundesamt gab es im Jahr 2018 insgesamt 4.663 Neuzulassungen mit Flüssiggas-Antrieb, was einen minimalen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.

Das Modell-Angebot an LPG-Neuwagen nahm zum 1. Januar 2019 jedoch weiter ab, womit sich der eher negative Trend der letzten Jahre weiter fortsetzt. Aktuell stehen für den deutschen Markt nur noch rund zehn unterschiedliche Modelle zur Auswahl. Hauptsächlich sind dies Autogas-Neuwagen von Dacia und Fiat. LPG-Neuwagen mit Automatikgetriebe sind aktuell gar nicht erhältlich.

Umrüstung

Die meisten in Deutschland zugelassenen Autogas-Fahrzeuge sind nachgerüstet. Die Umrüstung ist in der Regel nur bei Fahrzeugen mit Ottomotor möglich. Für den Betrieb mit LPG wird ein zusätzlicher Gastank installiert. Der Verbrennungsmotor selbst wird bei der Nachrüstung nicht verändert.

Foto: Opel

Der Gastank wird meist in der Mulde des Reserverads, in wenigen Fällen im Kofferraum eingebaut. Die Umschaltung zwischen beiden Kraftstoffen nimmt der Fahrer per Knopfdruck vor. Die Kosten für die Nachrüstung beträgt, je nach Modell, zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Bei der Betankung ist zu beachten, dass ein Autogas-Tank lediglich mit 80 Prozent seines Volumens gefüllt werden kann. Weil LPG einen geringeren Brennwert als Benzin hat, ist der Verbrauch im Gasbetrieb um rund 25 Prozent höher.

Steuerbegünstigung für Autogas

LPG unterliegt einem reduzierten Steuersatz, der 2017 von der Bundesregierung neu festgelegt wurde. Demnach wird die Energiesteuer für Autogas bis 2023 jedes Jahr schrittweise erhöht. Zum Vergleich: Die Energiesteuer je Liter Benzin beträgt konstant 65,45 Cent und für Diesel 47,04 Cent.

01.01.2019 bis 31.12.2019 12,21 Cent 
01.01.2020 bis 31.12.2020 14,68 Cent
01.01.2021 bis 31.12.202117,15 Cent 
01.01.2022 bis 31.12.2022 19,65 Cent 
ab 01.01.2023 22,09 Cent 

Emissionen

Bei der Verbrennung von LPG entstehen rund 15 Prozent weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu Benzin. Der CO2-Ausstoß im Vergleich zum Diesel ist etwa gleich. Beim Stickoxid-Ausstoß liegt ein LPG-Fahrzeug rund 60 Prozent niedriger als ein Diesel und rund 30 Prozent niedriger als ein Benziner. Feinstaub und Schwefeldioxid fallen bei der Verbrennung von Autogas fast gar nicht an.

LPG ist direkt an die Förderung von Erdöl gebunden. Daher ist Autogas in der Gesamtheit betrachtet keine umweltfreundliche Kraftstoff-Alternative zu Benzin und Diesel. Zudem erfolgt der Transport von Autogas größtenteils mit Schiffen und Tanklastern.

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