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Landstrom statt Schiffsdiesel: Hafenstädte sollen sauberer werden

Bund fördert Nutzung von Landstrom aus erneuerbaren Energien mit 140 Millionen Euro.

Deutsche Hafenstädte sollen sauberer werden. Damit Schiffe zukünftig während der Liegezeiten in den Häfen keine Kraftstoffe mehr verbrennen, fördert die Bundesregierung die Nutzung von Landstrom aus erneuerbaren Energien. Das Förderprogramm in Höhe von 140 Millionen Euro ist Teil des Klimapakets der großen Koalition.

Reduzierung von Lärm und CO2 in Hafenstädten

Nach wie vor nutzen Schiffe während der Liegezeit in den Häfen hauptsächlich Schiffsdiesel zur Stromerzeugung. Als Folge leiden die Anwohner unter den hohen Luftschadstoff – und Lärmemissionen. Damit soll bald Schluss sein. In naher Zukunft sollen im Hafen liegende Schiffe keine fossilen Kraftstoffe zur Stromerzeugung mehr verbrennen, sondern erneuerbaren Strom vom Land. Entsprechende Maßnahmen zur Förderung von Landstrom bringt die Bundesregierung jetzt auf den Weg.

Am heutigen Donnerstag unterzeichnete Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, gemeinsam mit den Regierungschefs von Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Vertretern der Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen, dazu eine Vereinbarung. „Wir wollen deutsche Hafenstädte sauberer machen“, sagte Altmaier. „Mit den Maßnahmen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und zur Reduzierung von CO2 und Lärm in den Hafenstädten an der Nord- und Ostseeküste.“ Das Memorandum über die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Nutzung von Landstrom in Häfen enthält unter anderem auch die Absenkung der EEG-Umlage auf 20 Prozent.

Planungssicherheit für Häfen und Reeder

Derzeit ist die Nutzung von Landstrom in deutschen Häfen noch sehr gering. Der Grund liegt in den wesentlich höheren Kosten im Vergleich zur konventionellen Verbrennung von Schiffsdiesel. Deshalb dient das Förderpaket auch dazu, Häfen und Reedern beim Ausbau der Anlagen und der Ausrüstung der Schiffe Planungssicherheit zu vermitteln. So betonte Altmeier: „Deutschland ist als Exportnation auf den Seetransport angewiesen. Und auch immer mehr Menschen zieht es in Kreuzfahrtschiffen auf das Meer. Daher legen wir großen Wert auf die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit unserer Häfen und Schifffahrt.“

Häfen planen bereits Ausbaumaßnahmen

Bis Mitte 2020 sollen die notwendigen Gesetzesregelungen auf den Weg gebracht sein. Die Seehäfen Hamburg, Kiel und Rostock planen bereits umfangreiche Ausbaumaßnahmen. Zuletzt wurde im Mai in Kiel eine Landstromanlage für den Fährverkehr in Betrieb genommen. Mit den angekündigten Maßnahmen sollen die Anlagen künftig auch wirtschaftlich betrieben werden können.

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