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Medikamentenversorgung per Drohne

Wie das Pilotprojekt "Deliver Future" Leben retten soll

Während das Thema Flugdrohnen für den Pakettransport in Deutschland noch weitgehend skeptisch betrachtet wird, hat DHL den Drohnen-Einsatz in Afrika unter Realbedingungen getestet. In einer Kooperation mit dem deutschen Drohnenhersteller Wingcopter und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) ), wurde mit dem  Pilotprojekt „Deliver Future“ die Lieferung von Medikamenten per Drohne erprobt. Ziel des Projekts war eine abgelegene Insel im Viktoriasee.

Medikamentenlieferung per Drohne in Afrika

Auf der Ukerewe Insel im Viktoriasee leben etwa 400.000 Menschen. Wie in den meisten Regionen Ostafrikas ist die Infrastruktur auch auf der größten Binneninsel Afrikas schlecht ausgebaut. Für die 240 Kilometer Wegstrecke zum nächsten Festland benötigt man sechs Stunden. Eine medizinische Versorgung in Notfällen ist schwierig. Vor allem die Belieferung mit kurz haltbaren, kühlpflichtigen Medikamenten ist aufgrund der Entfernung fast unmöglich.

Mit dem Pilotprojekt „Deliver Future“ soll genau dieses Problem gelöst werden. Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurde die Medikamentenlieferung per Drohne erprobt. In der Zeit wurden mehr als 2.200 km geflogen und rund 2.000 Flugminuten geleistet – mit Erfolg! Die Flugstrecke von Mwanza, der nächstgelegenen Großstadt direkt am Viktoriasee, bis zur Ukerewe Insel beträgt lediglich 60 Kilometer. Der autonom fliegende „DHL Paketkopter 4.0“ benötigt dafür etwa 40 Minuten – eine enorme Zeitersparnis gegenüber den sechs Stunden Fahrtzeit über Land.

Der „DHL Paketkopter 4.0“ startet und landet senkrecht und kann somit auch auf unwegsamem Gelände eingesetzt werden. Mit einer Nutzlast bis zu vier Kilogramm ist die Drohne auch für größere Lieferung einsatzfähig. Neben der medizinischen Grund- und Notfallversorgung abgelegener Gegenden verspricht man sich vom Einsatz der Paketdrohne übrigens noch mehr: Die Ausbreitung von Epidemien, wie zum Beispiel beim Ebolafieber 2014, ließe sich auf diese Weise schneller und früher bekämpfen.

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