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Österreich kippt Tempolimit für E-Autos

Nationalrat beschließt Aufhebung des "Luft-Hunderters" für Elektroautos

Artikel Highlights

  • E-Autos dürfen bald 130 km/h statt 100 km/h fahren
  • Wegfall des Tempolimits soll Umstieg auf E-Autos forcieren
  • Gratis-Parken für E-Autos und fahren auf Busspuren soll erlaubt werden
  • Österreich plant CO2-neutralen Verkehrssektor bis zum Jahr 2050

E-Autos dürfen in Österreich auf bestimmten Streckenabschnitten bald schneller als Benziner und Diesel fahren. Der Österreichische Nationalrat beschloss am 25. Oktober die Aufhebung des sogenannten „Luft-Hunderter“ für Elektrofahrzeuge. Statt 100 km/h dürfen E-Autos dann 130 km/h fahren.

Das Immissionsschutzgesetz – Luft (IG-L) in Österreich

Das Immissionsschutzgesetz – Luft wird umgangssprachlich als Luft-Hunderter bezeichnet und dient zur Verbesserung der Luftqualität. Das IG-L regelt ein Tempolimit von 100 km/h auf bestimmten Schnellstraßen und Autobahnen in Österreich.  Darunter fallen etwa 440 Strecken-Kilometer, unter anderem auch Streckenabschnitte auf der Brenner und der Inntal Autobahn.

Wegfall des Tempo-Limits für E-Autos

Der Beschluss des Österreichischen Nationalrats vom vergangenen Donnerstag sieht nun eine Ausnahme für Elektrofahrzeuge von den IG-L Geschwindigkeitsbeschränkungen vor. Mit der Aufhebung des Luft-Hunderters möchte Österreichs Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) die Elektromobilität stärken und den Umstieg auf E-Autos attraktiver machen. In Österreich liegt der Anteil an E-Fahrzeugen bei Neuzulassungen aktuell bei ca. 2,5 Prozent (im Vergleich Deutschland: 1,9 Prozent).

Der Wegfall des Tempolimits für Elektroautos in Österreich soll beim Erreichen der EU Klimaziele helfen und CO2 einsparen. „Der Weg zur Erreichung der Klimaziele führt nicht über Verbote, sondern über Anreize. Wir wollen mit unseren Vorhaben die Menschen davon überzeugen, dass es sich in mehrfacher Hinsicht auszahlt, auf ein E-Fahrzeug zu wechseln“, so Köstinger. Als weitere Maßnahmen sollen Busspuren für E-Autos geöffnet und das Gratis-Parken für E-Autos forciert werden.

Der Weg zur Erreichung der Klimaziele führt nicht über Verbote, sondern über Anreize Elisabeth Köstinger (ÖVP)

 

Weitere Maßnahmen zur Stärkung der E-Mobilität in Österreich geplant

In ihrer Klima- und Energiestrategie #mission2030 bekennt sich die Österreichische Bundesregierung zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich um rund 7,2 Mio. Tonnen CO2 sowie zur Forcierung der Elektromobilität. „Österreich liegt bereits im EU Spitzenfeld bei der Elektromobilität. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen. Es braucht eine echte Mobilitätswende!“ so Köstinger.

Die Ausnahme von Elektrofahrzeugen aus dem IG-L ist lediglich ein Schritt zur Stärkung der gesamten E-Mobilität in Österreich. Die #mission2030 sieht eine E-Mobilitätsoffensive in drei Bereichen vor:

  • E-Mobilität für Straßenfahrzeuge und Infrastruktur
  • E-Mobilität auf der Schiene
  • E-Mobilitätsmanagement, E-Flotten und E-Logistik

Die Umsetzung der Maßnahmen soll in mehreren Schritten erfolgen. Als Ziel hat sich die Österreichische Regierung einen weitgehend CO2-neutralen Verkehrssektor bis zum Jahr 2050 vorgenommen!

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