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„Testfeld Niedersachsen:“ Teststrecke für autonomes Fahren eröffnet

Seit Januar läuft das Gemeinschaftsprojekt „Testfeld Niedersachsen.“ Dabei werden auf einem Streckenabschnitt der A 39 bei Braunschweig anonymisierte Daten von Verkehrsteilnehmern erfasst sowie automatisierte und vernetzte Fahrzeuge getestet. Anhand der gewonnen Erkenntnisse möchten die Kooperationspartner autonomes Fahren weiterentwickeln und zukunftssicher machen. 

Autonomes Fahren als Mobilitätsform der Zukunft?

Die Zukunft der Mobilität heißt autonomes Fahren – zumindest wenn es nach der Meinung zahlreicher Verkehrsexperten geht. Doch ein vernetzter und vollautomatisierter Verkehr ist ein derart komplexer Vorgang, dass noch viele Jahre vergehen werden, bis autonom fahrende Autos tatsächlich auf unseren Straßen unterwegs sind. Vor allem die technische Umsetzung einer zuverlässigen Kommunikation zwischen Verkehrszeichen, Ampeln und Fahrzeugen steckt aktuell noch in den Kinderschuhen.

Mit dem Projekt „Testfeld Niedersachsen“ sollen über mehrere Jahre wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, um das automatisierte und vernetze Fahren im öffentlichen Straßenverkehr zukunftssicher zu machen. So hat beispielsweise Volkswagen angekündigt, die gewonnenen Informationen zur Verbesserung der Software für das automatisierte Fahren zu nutzen.

280 Kilometer Testfeld

Das „Testfeld Niedersachsen“ ist die Weiterentwicklung von AIM, der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität. Seit der Fertigstellung 2014 betreibt das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) im Zusammenhang mit AIM unter anderem eine Forschungskreuzung in Braunschweig, eine Teststrecke auf dem Innenstadtring sowie verschiedene Simulatoren und spezielle Laboreinrichtungen. Mit der sukzessiven Erweiterung um Autobahnen, Bundes- und Landstraßen knüpfen die Mobilitätsforscher an die bestehende Testinfrastruktur für automatisierte und vernetzte Fahrzeugtechnologien an.

Strecken für Testfeld „autonomes Fahren“ | Grafik: MW Niedersachsen

Das Gemeinschaftsprojekt soll dazu beitragen, die automatisierte und vernetzte Mobilität der Zukunft zu gestalten. Nach dem vollständigen Aufbau erstreckt sich das Testfeld über circa 280 Kilometer auf den Autobahnen A2, A7, A39, A391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen in den Regionen Hannover, Wolfsburg und Braunschweig. Während der Testphase werden Daten von Verkehrsteilnehmern anonym erfasst sowie automatisierte und vernetzte Fahrzeuge getestet. Neben hochgenauem Kartenmaterial der Verkehrswege, bietet das Testfeld Autobahnabschnitte mit modernster Erfassungs- und Kommunikationstechnik.

Daten werden anonym gesammelt

Zu den gesammelten Informationen gehören Daten über Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer, Verkehrsdichte oder Überholmanöver. Daraus lassen sich Funktionen für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge entwickeln und verbessern. Außerdem werden Methoden und Konzepte für die Zulassung von automatisierten Fahrzeugen in Deutschland weiterentwickelt und auf der Straße praktisch erprobt. An oberster Stelle steht dabei immer das Ziel, den motorisierten Verkehr sicherer und effizienter zu machen, den Komfort für den Fahrer zu erhöhen und Emissionen zu verringern.

Die Daten auf der Strecke werden vollständig anonym erhoben, so dass nur sogenannte Trajektorien ausgewertet werden, und keine spezifischen Daten über einzelne Fahrzeuge wie etwa Kennzeichen oder das Gesicht des Fahrers. Bei den Trajektorien handelt es sich also um Geraden und Kurven, die nur die Fahrzeugbewegung abbilden. Neben der Erfassungstechnik wurde auch für Entwicklungszwecke die pWLAN-Technologie installiert, die für die direkte Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur sorgt.

Kalkuliert wird mit Kosten von fünf Millionen Euro für den Ausbau des Testfeldes, an denen sich das Land Niedersachsen mit 2,5 Millionen Euro beteiligt. Das Testfeld Niedersachsen wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und vom Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen gefördert. Neben dem DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem Land Niedersachsen sind der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., Continental AG, IAV GmbH, NordSys GmbH, Oecon Products & Services GmbH, Siemens AG, Volkswagen AG, Wolfsburg AG Kernpartner des Testfelds Niedersachsen.

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