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Waymo erreicht zehn Millionen autonom gefahrene Meilen

Rückt eine Zukunft mit selbstfahrenden Autos näher?

Am Mittwoch verkündete Waymo-CEO John Krafcik über einen Social Media Kanal die frohe Botschaft: Die magische Grenze von zehn Millionen gefahrenen Meilen auf öffentlichen Straßen wurde erreicht – und zwar ohne Fahrer, ausschließlich autonom!

Diese Zahl ist nicht nur auf den ersten Blick erstaunlich. Im November 2017 hatte Waymos autonome Fahrzeugflotte „erst“ vier Millionen Meilen auf öffentlichen Straßen zurückgelegt. Im Juli wurde bereits die acht Millionen Marke erreicht. Diese enorme Steigerung zeigt, dass es Waymo ernst meint: Das Unternehmen möchte der erste kommerzielle Anbieter autonom fahrender Taxis werden.

Der lange Weg zum vollständig autonom fahrenden Auto

Die Geschichte autonomer Fahrzeuge begann 2009 mit einem Toyota Prius und dem ersten selbst fahrenden Google-Auto. Damals saß zur Sicherheit allerdings noch ein „Fahrer“ auf dem Fahrersitz. Das Ziel, zehn vollständig autonome 100-Meilen Fahrten ohne Zwischenfall zu schaffen, war schnell erreicht. Drei Jahre später knackte das Google-Auto die Marke von 300.00 Meilen ohne Fahrer.

Im selben Jahr wurde die Flotte um einige Lexus RX450h erweitert und das Unternehmen testete erstmals autonomes Fahren auf öffentlichen Autobahnen. Mitarbeiter der Konzern-Schwester Google waren dabei behilflich. Einige von ihnen durften autonome Test-Fahrzeuge auch für private Zwecke nutzen. Zudem war die Technologie mittlerweile so ausgereift, dass man sich ebenfalls im Jahr 2012 auf die ersten Testfahrten im Stadtverkehr begab.

Firefly 1, Foto: WAYMO

Das erste autonome Fahrzeug ohne Pedale und Lenkrad

Den nächsten großen Meilenstein in der Entwicklung des autonomen Fahrens setzte man 2015 mit „Firefly.“ Der kleine autonome Flitzer war das erste Fahrzeug, das komplett ohne Mensch an Bord auf Testfahrt ging. Außerdem war Firefly zwar mit zahlreichen Sensoren und Computern ausgestattet, allerdings wurde erstmals auf ein Lenkrad und Pedale verzichtet. In Austin, Texas, machte der Firefly dann die erste Fahrt auf einer öffentlichen Straße, bei der ein Passagier auf dem Rücksitz saß und sich ohne zusätzliche Sicherheitsperson alleine vom autonomen Fahrzeug chauffieren ließ.

Im Jahr 2017 war das Projekt des autonomen Fahrens so groß und eigenständig, dass der Mutterkonzern Alphabet aus dem einstigen Google-Projekt ein eigenes Tochterunternehmen gründete: Waymo war geboren. Die Fahrzeugflotte wurde mit den ersten Chrysler Pacifica Hybrid Minivans erweitert. Dies waren auch die ersten „normalen Serien-PKW“, die – lediglich mit der nötigen Hardware umgerüstet – vollständig für autonomes Fahren ausgestattet waren. Mit diesem Meilenstein entstand auch das „early rider programm“: Bewohner von Phoenix, Arizona, können die autonomen Fahrzeuge für ihr alltäglichen Fahrten nutzen und sich beispielsweise zur Arbeit fahren lassen.

Autonomes Fahren erreicht das Premium-Segment

Eine Partnerschaft zwischen Waymo und Jaguar bringt unter anderem das erste autonome Elektroauto hervor. Die

Selbstfahrender Jaguar I-PACE Electric SUV 4, Foto: WAYMO

ersten Tests mit dem ersten autonom fahrenden E-Jaguar wurden bereits absolviert. In den nächsten Jahren soll die Waymo Flotte schließlich auf bis zu 20.000 selbstfahrende Jaguar I-PACE mit Elektromotor erweitert werden.

Der nächste Meilenstein kommt – die Skepsis bleibt

Trotz der raschen Entwicklung selbstfahrender Autos herrscht auch in den USA nach wie vor Skepsis gegenüber selbstfahrenden Autos, die komplett ohne Sicherheitspersonal auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Nicht zuletzt, weil es im März einen tödlichen Unfall während einer autonomen Testfahrt gab. In Arizona wurde eine Fußgängerin von einem selbstfahrenden UBER SUV erfasst, während die „Fahrerin“ gerade nicht aufpasste.

Auch bei Waymo läuft noch nicht alles glatt. Vor allem beim Linksabbiegen und beim Einordnen auf Beschleunigungsstreifen in den fließenden Autobahnverkehr haben die autonomen Fahrzeuge noch Probleme. So gab CEO John Krafcik erst vor ein paar Tagen zu, dass es „ noch wenige technische Herausforderung zu Lösen gebe.“ Trotzdem hält man an seinem großen Ziel fest: Noch vor Ende diesen Jahres sollen die ersten kommerziellen selbstfahrenden Taxis Fahrgäste befördern.

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