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Berlin erhält 1.000 E-Ladepunkte an Straßenlaternen

In Berlin entstehen im Laufe des Jahres bis zu 1.000 E-Ladepunkte für Elektroautos an Straßenlaternen. Weitere 600 E-Ladepunkte kommen im privaten und gewerblichen Raum hinzu. Ziel des Projekts „Sofortprogramm Saubere Luft“ ist es, kosteneffiziente Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in Berlin zu fördern, um maßgeblich zur Reduktion der innerstädtischer Stickoxidwerte beizutragen.

Bereits seit November 2017 gibt es das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Projekt „Sofortprogramm saubere Luft 2017 bis 2020.“ Das Ziel des Projekt klingt relativ simpel: Die Luft in deutschen Städten soll sauberer werden. Gleichzeitig soll eine Synergie von E-Mobilität mit Erneuerbaren Energien geschaffen werden. Denn eines ist klar: Elektromobilität macht nur Sinn, wenn der Strom auch aus umweltverträglichen Quellen stammt.

E-Mobilität soll attraktiver werden

Bei dem für Berlin genehmigten Projekt wird eine kosteneffiziente E-Ladeinfrastruktur mit direkter Abrechnungsmöglichkeit aufgebaut. Durch den Ausbau der städtischen Ladeinfrastruktur mit insgesamt 1.600 neuen E-Ladepunkten wollen die Projektbetreiber die Elektromobilität fördern und für Privatpersonen attraktiver machen. „Wir wollen wissen, inwiefern öffentliche Laternenladepunkte dazu beitragen können, Elektromobilität für immer mehr Menschen attraktiv zu machen“, erklärt Jan Thomsen, Pressesprecher der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. „Das Laternenladeprojekt soll in das Berliner Modell integriert werden. Damit testen wir neue Ideen auf ihre Wirtschaftlichkeit und Anwenderfreundlichkeit und fördern die Elektromobilität in unserer Stadt.“ Die 1.000 öffentlichen Laternenladepunkte werden in den Berliner Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf errichtet und erprobt.

E-Auto laden ohne privaten Ladepunkt

Einer der größten Hindernisse beim Umstieg auf E-Auto ist die fehlende Ladeinfrastruktur. Vor allem Stadtbewohner stellen sich zurecht die Frage: wo soll ich mein E-Auto laden, wenn ich keinen festen Stellplatz habe? Die Umrüstung von herkömmlichen Straßenlaternen in Ladepunkte für Elektrofahrzeuge könnte daher ein wichtiger Schritt sein, der Bevölkerung den Umstieg auf E-Mobilität attraktiver zu machen. So soll das Projekt auch untersuchen, wie Stadtbewohnern ohne privaten Parkplatz der Zugang zu öffentlichen Ladepunkten generell erleichtert werden kann.

„Wir freuen uns das Projekt zu begleiten und sind gespannt, wie sich der massive Aufbau von Ladeinfrastruktur in den Stadtvierteln auf die Luftqualität auswirken wird.“ Oliver Arnhold, Bereichsleiter Mobilität am Reiner Lemoine Institut

E-Ladekabel im integriertem Stromzähler

Einer der Kooperationspartner ist das Berliner Unternehmen ubitricity. Die beiden Gründer, Knut Hechtfischer und Dr. Frank Pawlitschek, hatten sich 2008 zusammengeschlossen, um intelligente Lade- und Abrechnungslösungen für E-Autos zu entwickeln. Das Ergebnis heißt MobileCharging-System. Diese mobilen Ladepunkte sind überraschend klein und können eigentlich überall dort installiert werden, wo ein Zugang zum Stromnetz möglich ist – also auch in herkömmlichen Straßenlaternen. Seit November 2018 errichtet ubitricity auch im Londoner Bezirk Southwark schrittweise bis zu 60 E-Ladepunkte an Straßenlaternen.

Für die Nutzung der E-Ladepunkte an Straßenlaternen ist ein „SmartCable“ nötig. Bei diesem „intelligenten“ Ladekabel ist ein Stromzähler integriert, der eine exakte Abrechnung ermöglicht. Wer eines dieser Ladekabel besitzt, kann sein Elektrofahrzeug an jedem Ladepunkt mit MobilCharging-System zum eigenen Stromtarif laden. Die Abrechnung erfolgt, wie beim normalen Haushaltsstrom, monatlich. Das SmartCable kann natürlich auch an herkömmlichen E-Ladestationen genutzt werden. Es dient dann als konventionelles Ladekabel.

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