Urbane Mobilität

eCarsharing im Bayerischen Wald

Warum eCarsharing auch im ländlichen Raum funktioniert.

Dass eCarsharing auch in ländlichen Regionen wie dem Bayerischen Wald funktioniert, zeigt das Projekt E-Wald. Was ursprünglich als Modellprojekt begann, ist mittlerweile ein eCarsharing-Unternehmen mit bundesweit über 200 Elektroautos. 

Was den Bayrischen Wald mit anderen ländlichen Regionen Deutschlands verbindet, ist die chronische Unterversorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer dort als Jugendlicher aufwächst, sehnt nichts mehr als seinen 18. Geburtstag herbei. Es ist der Tag, ab dem man endlich zu jeder Zeit dorthin fahren kann, wo einen vorher die Eltern hinchauffieren mussten. Aus Prinzip gehört das eigene Auto für die Bewohner des Bayerischen Walds genauso zu Leben, wie die klare Luft zum Atmen. Dass ausgerechnet so eine Gegend als Modellregion für Carsharing und Elektromobilität ausgewählt wurde, klingt im ersten Moment abenteuerlich, macht bei genauerem Hinsehen aber genau deshalb Sinn. 

Die größte Modellregion Deutschlands

Am Anfang stand die Fördermaßnahme „Modellregion Elektromobilität“ der Technischen Hochschule Deggendorf. Das ursprüngliche E-WALD-Projekt umfasste sechs Landkreise mit einer Fläche von mehr als 7.000 Quadratkilometern. Die beteiligten Landkreise waren Regen, Deggendorf, Cham, Straubing, Freyung-Grafenau und Passau. Auf die Fläche bezogen war es somit die deutschlandweit größte Modellregion für ein Projekt dieser Art. Das Gesamtprojekt „Modellregion Elektromobilität“ wurde vom Bayerischen Wirtschaftsministerium mit 18,5 Millionen Euro gefördert.

Im Rahmen dieses Projekts wurde 2012 die E-Wald GmbH gegründet. Das Ziel des Spin-Offs war die Übernahme des Flottenbetriebs, sowie der Aufbau der Ladeinfrastruktur für die Modellregion Bayerischer Wald. Die erste eCarsharing-Station wurde schließlich im November 2013 in der niederbayrischen Kleinstadt Plattling eröffnet. Mittlerweile betreibt das Unternehmen in acht Bundesländern eine Flotte von über 200 Elektroautos, sowie über 1.000 öffentliche E-Ladepunkte.

Dichtes Ladesäulen-Netz für den Bayerischen Wald

Bevor es soweit kam, musste erst noch die Bevölkerung im Bayerischen Wald von eCarsharing überzeugt werden. Die größte der Sorge der Menschen war natürlich, mit dem E-Auto auf der Strecke liegen zu bleiben. Damit das nicht passiert, wurde in der gesamten Modellregion in kurzer Zeit ein dichtes Netz an E-Ladesäulen errichtet. Nach Angaben des Unternehmens gibt es vor allem im Kerngebiet im Schnitt alle zehn Kilometer eine Ladesäule. Zudem informiert die eigens entwickelte Reichweiten-App über Stromverbrauch und verbleibende Reichweite des eCarsharing-Fahrzeugs. Wem das noch immer nicht reicht, der findet bei der 24-Stunden-Hotline Hilfe.

Neben Privatpersonen steht das eCarsharing im Bayerischen Wald auch den zahlreichen Touristen zur Verfügung. Über diverse Partnerhotels können die Elektroautos direkt ab Haustür genutzt werden. Zusätzlich wird auch die Anbindung an den ÖPNV in der Region forciert.

eCarsharing auch als Langzeitmiete möglich

Die Nutzung des eCarsharings ist so einfach, dass selbst Skeptiker aus Neugier und ohne großen Aufwand ein Elektroauto mieten können. Nach einmaliger Angabe der persönlichen Daten erhält man eine Kundenkarte. Mit dieser Karte wird das gebuchte Elektroauto geöffnet. Zur Auswahl stehen gängige E-Auto Modelle, wie zum Beispiel ein BMW I3, ebenso wie Kleintransporter mit sieben Sitzplätzen. Die Preise starten ab 6,99 Euro pro Stunde für einen Renault ZOE. Im Preis inklusive sind pro Buchung 300 Kilometer. Wer nach seiner ersten Schnuppertour Lust auf mehr hat, der kann das eCarsharing im Bayerischen Wald auch als Langzeitmiete über mehrere Wochen oder Monate nutzen!

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2 Kommentare

  1. Hallo,

    das Carscharing im Bay.Wald ist alles andere als einfach. Wo bitteschön stehen die PKW´s zum mieten ???
    BHF Zwiesel keiner.
    BHF Regen keiner.
    An den Ladesäulen in den Gemeinden KEINE !!
    In Teisnach bestimmt mehrere, nur so neben bei, öffentlich ist´s von manchen Gemeinden/Wohnorten
    eine lange und beschwerliche, manchmal sogar unmögliche Reise.
    Hier sollte nachgebessert werden.

    Gruß Bernhard

    1. Hallo Bernhard,

      vielen Dank für den Kommentar. Wir geben die Info gerne an den E-Wald Mitarbeiter weiter, mit dem wir zum Info-Austausch für diesen Artikel in Kontakt standen!

      Gruß Manuel (Antriebspunkt)

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