SchienenverkehrUrbane MobilitätVerkehrssystemeVisionen

Hyperloop – mit Hochgeschwindigkeit in die Zukunft

Wie die Vision des Hyperloops die urbane Mobilität revolutionieren könnte!

Als Gründer von PayPal, Tesla und SpaceX bewies Elon Musk, wie aus einer Vision Realität wird. Musks Idee vom „Hyperloop“ hingegen schien wie eine dieser zahlreichen Visionen, die sehr bald wieder vergessen sind. Doch der  Hyperloop als Verkehrsmittel für Personen und Güter scheint nun tatsächlich real zu werden.

Hyperloop Alpha Skizze, Foto: SpaceX

Die Grundidee des Hyperloops

Im August 2013 ging Musk mit seiner Idee erstmals an die Öffentlichkeit. Der Hyperloop nach Musks damaliger Vorstellung bestand aus zwei nebeneinander liegenden Röhren von etwa drei Metern Durchmesser, die (ähnlich wie beim Transrapid Konzept) von hohen Betonträgern gestützt werden. In diesen Röhren bewegen sich Transportkapseln mittels Pumpen und Kompressoren dank einer Art Halbvakuum auf einem Luftpolster. Die Kapseln bieten Platz für bis zu 28 Personen und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 1200 km/h. Neben der Personenbeförderung ist der Hyperloop auch für den Güterstransport gedacht. Der Energiebedarf sollte nach Musks Vorstellungen ausschließlich von  Strom aus Solarzellen gedeckt werden, welche außen an den Röhrenangebracht sind. 

Der Hyperloop als Open Source Projekt

Musk wollte das Hyperlook Projekt nicht selbst realisieren. Er stellte es von Anfang an als „open source transportation concept“ vor und lud jeden Interessierten ein, bei der Entwicklung und Realisierung mitzuwirken. Relativ bald gründeten sich die ersten Start-Ups, von denen einige mit der Unterstützung großer Konzerne an einer Umsetzung unterschiedlicher Hyperloop Projekte forschen.

Der Hyperloop in der Gegenwart

Das Interesse am Hyperloop war und ist seit Beginn sehr groß. Selbst Strecken in Deutschland geistern immer wieder durch Medien. Unter anderem sollen auch die Vereinigten Arabischen Emirate eine Hyperloop Verbindung zwischen den Zentren von Dubai und Abu Dhabi planen. Die Strecke, die aktuell mit dem Auto etwa zwei Stunden dauert, soll mit dem Hyperloop dann in 12 Minuten erledigt sein!

Die erste ernstzunehmende Teststrecke entstand schließlich Anfang 2016 in Apex, Nevada. Das US Unternehmen Hyperloop One errichtete dort eine 500 Meter lange Röhre, mit der seitdem an der Umsetzung der Vision getüftelt wird. Nach Unternehmens-Angaben erreichen die Pods (Kapseln) mittlerweile Höchstgeschwindigkeiten bis zu 387 km/h (Stand Dezember 2017).

Hyperloop Kapsel wird in Röhre transportiert | Foto: Hyperloop One
Hyperloop Teststrecke Nevada | Foto: Hyperloop One
Hyperloop Röhre innen | Foto: Hyperloop One

    Die erste Hyperloop Teststrecke in Europa

    Die erste Testrecke in Europa entsteht seit April 2018 auf einem Testgelände in Toulouse. Diese Teststrecke mit einer Länge von 320 Meter wird vom US-Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT) gebaut. Eine zweite,  mit einem Kilometer Länge, soll voraussichtlich 2019 entstehen. Auch Hyperloop One, das mittlerweile nach dem Einstieg der Virgin Gruppe offiziell in „Virgin Hyploop One“ umbenannt wurde, investiert in Europa. In Bobadilla, Andalusien, entsteht ein Hyperloop Forschungs- und Entwicklungszentrum, das ab 2020 eröffnet werden soll.

    Als dritter im Bunde der Hyperloop-Unternehmen plant das niederländische Unternehmen „Hardt Hyperloop“, eine Testanlage in Flevoland, Niederlande. Die Teststrecke soll stolze fünf Kilometer lang werden.

    Die Zeitersparnis bei einer Fahrt mit dem Hyperloop klingt auf jeden Fall visionär: Laut Hardt Hyperloop wäre die Strecke von Amsterdam nach Paris in 38 Minuten geschafft – im Vergleich zu drei Stunden Reisezeit mit dem Flugzeug!

    Tags
    Mehr zeigen
    Back to top button
    Close