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Scania NXT Konzept – urbane Mobilität von morgen

Mit dem NXT präsentiert Scania seine Zukunftsvision für den Transport von Personen und Gütern in Großstädten

Scania präsentierte kürzlich ein selbstfahrendes vollelektrisches Konzept für den urbanen Transport der Zukunft. Das Modulfahrzeug Scania NXT reagiert flexibel auf den aktuellen Bedarf und soll beispielsweise Pendler morgens zur Arbeit und abends wieder nach Hause bringen, tagsüber Waren ausliefern und nachts als Müllabfuhr dienen.

Tschüss Individualverkehr – die Mobilität von Morgen wird flexibel

Wie sieht die urbane Mobilität der Zukunft in den wachsenden Großstädten dieser Welt aus? Genau daran forschen seit vielen Jahren die Entwickler großer Automobil- und Transportunternehmen. Auch wenn die zahlreichen Konzepte unterschiedliche Ansätze verfolgen, in einem Punkt herrscht offensichtlich Einigkeit: Die Mobilität von morgen verabschiedet sich vom Individualverkehr. Wo heute noch einzelne Menschen in überdimensionierten Autos fahren, besteht der urbane Personen- und Warentransport der Zukunft aus flexiblen Verkehrssystemen, die sich dem jeweiligen Bedarf anpassen.

Eine Plattform für unterschiedliche Aufbauten

Scanias Beitrag zur emissionsfreien und flexiblen Mobilität der Zukunft trägt den Namen „NXT.“ Das Fahrzeugkonzept besteht aus einem vorderen und einem hinteren Fahrmodul, das je nach Bedarf an der Karosserie eines Busses, eines Lkw oder eines Müllfahrzeugs angebracht wird. Mit dem Busmodul werden die Menschen jeden Morgen zur Schule oder Arbeit gefahren und am Abend wieder abgeholt. Zwischen den Stoßzeiten wird die Karosserie gewechselt und der Scania NXT dient als Lieferfahrzeug oder Müllauto.

Scania NXT Module für Personen- und Warentransport
Module für Scania NXT | Bild: Scania

Scania NXT soll ab 2030 Realität werden

Geht es nach den Verantwortlichen des Unternehmens, dann soll es nicht nur bei einem reinen Konzeptfahrzeug bleiben. „Einige dieser Technologien müssen noch weiterentwickelt werden“, so Henrik Henriksson, CEO von Scania. „Uns war es allerdings wichtig, jetzt schon ein Konzeptfahrzeug zu bauen, das die realistisch umsetzbaren Ideen technisch und visuell greifbar macht.“ So verfügt der Scania NXT jetzt schon über einige industrieführende Funktionalitäten, die bereits auf dem Markt erhältlich sind. Das Fahrzeug selbst soll aber erst ab 2030 zum Einsatz kommen.

Die Zukunft fährt autonom

Das Busmodul des Scania NXT Konzepts wurde vom 10. – 12. Juni 2019 beim UITP Global Public Transport Summit in Stockholm präsentiert. In der aktuellen Version ist der acht Meter lange Bus als Verbundsystem konzipiert. Die zylinderförmigen Batteriezellen sind unter dem Fahrzeugboden platziert, wodurch im Innenraum mehr Platz für Menschen und Güter zur Verfügung steht. Dank des geringen Fahrzeuggewichts von weniger als acht Tonnen beträgt die Reichweite laut Hersteller rund 245 Kilometer.

Innenansicht Busmodul von Scania NXT Konzeptfahrzeug
Busmodul Innenansicht | Bild: Scania

Egal ob für den Personen- oder Warentransport: Das Scania NXT Konzept soll seinen Dienst vollautomatisiert, ohne Fahrer verrichten. Auch an diesem Punkt herrscht also Einigkeit unter den Entwicklern sämtlicher Fahrzeughersteller. Fraglich nur, ob die Innenstädte in zehn Jahren tatsächlich auf autonomes Fahren vorbereitet sind. Und ob die Menschen im Jahr 2030 mit selbstfahrenden Bussen in die Arbeit kutschiert werden wollen, bleibt ebenfalls fraglich.

Ein ähnliches Konzept mit einer Fahrzeugplattform und mehreren Aufbauten verfolgen beispielsweise auch der Schäffler Mover und der Renault EZ-Pro. Bereits seit Anfang dieses Jahres testet die Stadt Hamburg mit dem HEAT-Projekt einen vollautonomen Bus zur Personenbeförderung im Realeinsatz.

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