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Biogasbusse für Augsburg

Die umweltfreundlichste Busflotte Deutschlands fährt in Augsburg

Wer an Augsburg denkt, denkt wahrscheinlich zuerst an die Augsburger Puppenkiste oder vielleicht an Bundesliga Fußball. Dass in der drittgrößten Stadt Bayerns die umweltfreundlichste ÖPNV-Busflotte Deutschlands fährt, wissen leider nur wenige. Gerade in Zeiten, in denen die deutsche Politik öffentlichkeitswirksam den Elektroantrieb als Antrieb der Zukunft auserkoren hat, zeigen die Stadtwerke Augsburg (swa), wie einfach der Umstieg von Dieselfahrzeugen auf Busse mit umweltfreundlichen Antrieb gelingen kann. Oder anders gesagt: Bereits seit 2011 fahren die Stadtbusse in Augsburg ausschließlich mit Bio-Erdgas und produzieren somit fast 90 Prozent weniger CO2 Ausstoß als herkömmliche Diesel-Busse.

Umstieg auf Erdgas-Busse in Augsburg begann bereits vor 20 Jahren!

Bereits 1995 begannen die swa mit der Umrüstung ihrer Busflotte von Diesel auf Erdgas. Seit 2011 fahren die 89 Stadtbusse in Augsburg ausschließlich mit Biomethan, welches aus pflanzlichem Abfall hergestellt wird. Konkret heißt dies bis zu 90 Prozent weniger Stickoxide und CO2 als Dieselbusse. Ingesamt hat die Stadtbus-Flotte Augsburgs seit 1995 somit 7.300 Tonnen CO2 im Vergleich zu Dieselbussen eingespart (Stand 2016).

„Augsburg hat die umweltfreundlichste Busflotte einer deutschen Großstadt.“ Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer swa

Biogas – regenerative Energie aus Abfall

Das Biogas für den Antrieb der Erdgasbusse wird aus pflanzlichen Stoffen und landwirtschaftlichen Restprodukten gewonnen. Das können beispielsweise Biomüll, Gülle oder Energiepflanzen wie Raps oder Mais sein. Diese Biomasse wird in Fermentern gesammelt, wo beim Vergärungsprozess unter freundlicher Mithilfe diverser Bakterien dann Biogas entsteht.

Das bei der Fermentierung gewonnene Biogas hat einen Methan-Anteil von ca. 60 Prozent. Um es als Kraftstoff verwenden zu können, muss es anschließend noch getrocknet und entschwefelt werden. Nach diesem Prozess liegt der Methangehalt bei rund 96 Prozent.

Die Vorteile von Biogas als umweltfreundlicher Kraftstoff

Die Biomasse für die Gewinnung von Biomethan ist nahezu unbegrenzt verfügbar. Zudem ist fast kein zusätzlicher Aufwand für die Beschaffung des natürlichen Rohstoffs nötig, da Pflanzenabfälle und Gülle sowieso entstehen. Auch lange Transportwege, wie bei der Anschaffung von Benzin oder Erdgas, entfallen.

Natürlich müssen auch die Nachteile angesprochen werden. Der Anbau von Energiepflanzen, allen voran Mais, sorgt für Monokultur. Ausserdem entsteht vor allem in Entwicklungsländern ein gefährlicher Verdrängungswettbewerb, da der Anbau von Energiepflanzen meist lohnender ist als der Anbau von Nahrungsmitteln!

„Unsere Busse leisten einen positiven Beitrag für die Luftqualität in Augsburg“ Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer swa

Biogas statt Elektro: Warum Augsburg erfolgreich gegen den „Trend“ schwimmt

Das von den Stadtwerken Augsburg verwendete Biogas wird ausschließlich aus agrarischen Reststoffen, ohne Nutzung von Nahrungsmitteln, gewonnen. Und auch in vielen anderen Punkten sind die Verantwortlichen von Ihrer Entscheidung für Biogas statt Elektro überzeugt: Wo Elektrobusse wegen geringer Reichweite relativ bald schlapp machen, sind die Bio-Erdgasbusse mit einer Reichweite von 350 Kilometern perfekt auf effizienten Stadtbetrieb vorbereitet. Auch das Auftanken der Erdgasbusse ist mit sieben Minuten pro Fahrzeug relativ schnell erledigt und kann nach getaner Arbeit, am Ende der Schicht, erfolgen.

In machen deutschen Städten beginnt man nun so langsam mit der Umrüstung der Stadtbus-Flotte auf Elektroantrieb – oder überlegt zumindest, dies in den nächsten Jahren vielleicht zu tun. Und während man sich in diesen Städten gleichzeitig Gedanken über Ladeinfrastruktur und geringe Reichweite macht, befördern die Augsburger Stadtwerke ihre Fahrgäste – wie seit mittlerweile sieben Jahren – weiter problemlos mit klimaneutralen Biomethan-Bussen, die mit regenerativer Energie aus regionaler Biomasse angetrieben werden.

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