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Der autonome Bus in Bad Birnbach fährt weiter!

Neue Fahrzeuge, neue Stecke: Das Pilotprojekt in Bad Birnbach beweist, dass ÖPNV im ländlichen Raum Zukunft hat!

Der autonome Bus in Bad Birnbach fährt weiter – und zwar mit zusätzlicher Strecke und neuen Fahrzeugen. Gestern wurde die neue Haltestelle am Bahnhof eröffnet. Das Streckennetz der selbstfahrenden E-Shuttles beträgt somit zwei Kilometer und umfasst fünf Haltestellen. Seit Oktober 2017 wurden mit den autonomen Bussen in Bad Birnbach mehr als 40.000 Fahrgäste befördert und über 21.000 Kilometer gefahren.

… und ÖPNV im ländlichen Raum funktioniert doch!

Am 25. Oktober 2017 wurde erstmals ein selbstfahrender Elektrobus der deutschen Bahn im realen Linienverkehr eingesetzt. Das Besondere: Dieser Meilenstein geschah nicht in einer Großstadt, sondern in einem niederbayrischen Kurort mit knapp 6.000 Einwohnern. Die erste Strecke der autonomen Elektrobusse in Bad Birnbach war 660 Meter lang und umfasste zwei Haltestellen. Im August 2018 wurde das Netz um eine Haltestelle erweitert. Seitdem betrug die gesamte Streckenlänge für die Fahrt mit dem autonomen Bus in Bad Birnbach fast 1.400 Meter.

Gestern wurde die Strecke nochmals erweitert und die alten Shuttles durch Fahrzeuge der neuesten Generation ersetzt. Der erste autonome Buslinie Deutschlands fährt nun auch den Bahnhof in Leithen bei Bad Birnbach an. Damit ist die „letzte Meile“, also das rund 1,8 Kilometer lange Teilstück zwischen dem Bahnhof und der Rottal Terme bzw. dem Ortszentrum, ein für allemal geschlossen. Somit werden alle Züge von 7.52 Uhr bis 18.16 Uhr von einem der beiden neuen E-Shuttles erreicht. Konkret bedeutet das, dass ankommende Passagiere direkt ab Bahnhof vom Zug in den autonomen Bus steigen und mehrere Ziele in Bad Birnbach erreichen können.

Fahrtbegleiter mit an Bord

Ab sofort sind zwei autonome Elektrobusse des Typs EasyMile EZ10 der zweiten Generation auf den Straßen des niederbayrischen Kurorts unterwegs. Die E-Shuttles verfügen über sechs Sitzplätze, WLAN und USB-Ladeports. Dank einer ausfahrbaren Rampe ist das Fahrzeug zudem barrierefrei erreichbar.

Der autonome Elektrobus hat keinen Fahrer, kein Lenkrad und kein Gaspedal. Auch Sicherheitsgründen ist allerdings nach wie vor ein Fahrtbegleiter mit an Bord, der bei Bedarf in den Fahrbetrieb eingreifen kann.

Intelligentes Verkehrssystem regelt die Geschwindigkeit

Für die Fahrt über die Landstraße kommt ein innovatives Verkehrsleitsystem zum Einsatz. Sobald die intelligenten Kameras den autonomen Bus erkennen, wechseln die digitalen Wechselverkehrszeichen die Geschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmer von 50 auf 30 km/h. So wird für die notwendige Sicherheit gesorgt und gleichzeitig der Verkehr so wenig wie möglich beeinträchtigt.

Infografik: Deutsche Bahn

Weitere Strecken geplant

Das Pilotprojekt der Deutschen Bahn in Bad Birnbach zeigt, dass die Anbindung des ländlichen Raums an einen vernetzten ÖPNV möglich ist – wenn man die passenden Rahmenbedingungen dafür schafft. Alleine die Fahrgastzahlen zeigen, dass die Bevölkerung auch selbstfahrenden E-Shuttles offen gegenüber steht. Über einen Zeitraum von zwei Jahren legten die autonomen Busse in Bad Birnbach über 21.000 Kilometer zurück und beförderten mehr als 40.000 Fahrgäste.

Die Erfolgsgeschichte der autonomen E-Busse in Bad Birnbach soll nun auch auf andere Regionen ausgeweitet werden. Ab März 2020 ist ein weiteres Pilotprojekt für den ÖPNV der Zukunft im niederbayrischen Kelheim vorgesehen. Dort sollen die autonomen Busse auf drei Strecken verkehren und unter anderem auch zum Kloster Weltenburg fahren.

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