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Fahrradparkhäuser in Amsterdam

Seit Jahren baut die Stadt Amsterdam bewachte Parkhäuser speziell für Fahrräder, E-Bikes und Cargo Bikes.

In Amsterdam wurde kürzlich ein neues Fahrradparkhaus eröffnet. Der „Fietsenstalling – Station Noord“ am Hauptbahnhof bietet Platz für insgesamt 1.300 Fahrräder. Spezielle Abstellplätze für Cargo-Bikes sind ebenso vorhanden wie Lademöglichkeiten für E-Bikes. Der Fietsenstalling Noord ist das mittlerweile sechzehnte Fahrradparkhaus in der niederländischen Hauptstadt. Drei davon befinden sich direkt am Hauptbahnhof.

Vorbild Niederlande

Wer in Deutschland mit dem Rad unterwegs ist, blickt meist neidisch Richtung Niederlande. Während hierzulande bereits die Suche nach einem freien Fahrradständer zum Abenteuer werden kann, bauen unsere Nachbarn seit Jahren spezielle Fahrradparkhäuser. Zuletzt wurde in Amsterdam der „Fietsenstalling“ (deutsch: Fahrradabstellplatz) an der U-Bahnstation 52 eröffnet. Die Nord-Süd-Linie der Amsterdam-Metro verbindet das Stadtzentrum mit den südlichen Stadtteilen und befördert pro Tag rund 42.500 Fahrgäste.

Wer radeln will, muss parken können!

Dass alleine am Hauptbahnhof mehrere Fahrradparkhäuser in Betrieb sind, liegt vor allem auch an der staatlichen Eisenbahngesellschaft „Nederlandse Spoorwegen.“ Um Zugreisen für Passagiere attraktiv zu halten, investierte das Unternehmen in Leih-Fahrräder als Transportmittel für den Weg zum Bahnhof. Aus einem ganz bestimmten Grund: Zug oder U-Bahn sind in den wenigsten Fällen das alleinige Reisemittel. Der Weg zum Zug beginnt normalerweise mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Deshalb übernahm Nederlandse Spoorwegen im Jahr 2008 das Fahrradverleihsystem „OV-fiets“. Gleichzeitig baute man direkt am Hauptbahnhof die nötige Infrastruktur zur Fahrradaufbewahrung. Mit Erfolg: Im Jahresbericht 2018 stellte die Eisenbahngesellschaft fest, dass in den Niederlanden 45% aller Passagiere mit dem Fahrrad zum Bahnhof kommen.

Parkhaus für 1.300 Fahrräder

Foto: Dutch Cycling Embassy

Das Fietsenstalling Noord wurde von der Architektin Wienke Scheltens von studioSK entworfen. Das Architekturbüro aus Utrecht war bereits an der Planung von landesweit zwanzig Fahrradparkhäusern beteiligt. Acht weitere sind aktuell in Planung.

Das neueste der mittlerweile vier Fahrradparkhäuser am Amsterdamer Hauptbahnhof bietet Platz für insgesamt 1.297 Fahrräder. Davon entfallen 197 Parkplätze auf spezielle Bikes mit breiteren Reifen (z.B. Mountainbikes) und 15 auf größere Stellflächen für Cargo-Bikes. Für E-Bikes stehen sechzig Parkplätze mit Ladestationen zur Verfügung.

Leuchtende „intelligente Rahmen“ an der Decke erkennen die Anzahl der freien Parkplätze pro Reihe. Diese Anzahl wird dann am Ende jedes Ganges digital auf Milchglasscheiben angezeigt. Und damit auch jeder sein Fahrrad wieder findet, weisen die Motive einheimischer Vögel den richtigen Weg. 

24 Stunden kostenlos parken

Für reguläre Fahrräder ist das Parken in den ersten 24 Stunden kostenlos. Danach beträgt die Gebühr 1,25 Euro pro Tag. Wer länger oder regelmäßig parkt, kann unterschiedliche Abo-Modelle wählen. Ein Jahresabo gibt es für 75 Euro. Lastenräder und E-Bikes kosten jeweils das Doppelte.

Ladestation für E-Bikes im Fahrradparkhaus Amsterdam
Lademöglichkeit für E-Bikes | Foto: Dutch Cycling Embassy

Die maximale Parkdauer beträgt 28 Tage am Stück. Dies soll verhindern, dass Fahrräder durchweg abgestellt oder gar nicht mehr abgeholt werden. Fahrräder, die diese Zeit überschreiten, werden zum städtischen Fahrraddepot „Fietsdepot“ gebracht. Für die Abholung wird dann eine Gebühr von 56,25 Euro fällig.

Noch mehr Parkplätze für Amsterdam

Ob es in Amsterdam tatsächlich mehr Fahrräder als Einwohner gibt, lässt sich nur schwer feststellen. Aber dass die Bewohner der niederländischen Hauptstadt mehr radeln als in die Menschen in anderen Großstädten, sieht jeder Besucher auf den ersten Blick. Damit das auch so bleibt, baut die Stadt Amsterdam weiter fleißig an Fahrradparkhäusern. Konkret in Planung sind Reguliersdwarsstraat (300 Parkplätze, ab Sommer 2019), Rokin (250, Sommer 2019), Leidseplein (2000, ab 2020), Amstel und Prins Hendrikkade.

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Dutch Cycling EmbassyStadt AmsterdamArchitekturbüro studioSK
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