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Nuro R1: Das autonome Lieferfahrzeug für den lokalen Warentransport

Das US-Unternehmen Nuro entwickelte ein autonom fahrendes Mini-Lieferfahrzeug, das ausschließlich für den Transport von Gütern und Lebensmitteln konzipiert ist. Der Nuro R1 fährt vollständig autonom und liefert Waren nach Bestellung. Seit Dezember 2018 findet in Arizona der erste unbemannte Lieferservice als Pilotprojekt statt.

In zwei Jahren von der Idee zum ersten Prototyp

Das US-Unternehmen Nuro wurde von Jiajun Zhu und Robert Ferguson im September 2016 gegründet. Die beiden waren an der Entwicklung des ersten autonomen Google-Autos beteiligt und verfügen daher auch über das nötige Wissen für selbstfahrende Vehikel. Trotzdem: Dass Zhu und Ferguson gerade einmal zwei Jahre von der Idee bis zur Präsentation des ersten Prototyps benötigten, ist erstaunlich.

Der Nuro R1 ist 1,80 Meter lang und etwa halb so breit wie ein durchschnittliches Mittelklasseauto. Das vollelektrische Lieferfahrzeug wiegt leer 680 Kilogramm. Der Innenraum bietet Platz für rund 12 Einkaufstaschen und ist je nach Bedarf individuell anpassbar. Das Mini-Lieferfahrzeug kann somit für den Transport unterschiedlicher Güter konfiguriert werden. Und genau das ist seine einzige Bestimmung: Der Nuro R1 wurde ausschließlich für den autonomen Warentransport entwickelt. Passagiere können nicht mitfahren.

Erste Testphase mit autonomen Toyota Prius als Lieferfahrzeug

Im August 2018 startete das Unternehmen erstmals den autonomen Lebensmittel-Lieferservice für ausgewählte Kunden in Scottsdale, Arizona. Kooperationspartner war Kroger, die größte Lebensmittelkette der USA. Damals nutzte man allerdings noch selbstfahrende Toyota Prius als Lieferfahrzeug. Zudem waren aus Sicherheitsgründen Fahrbegleiter mit im Auto, um im Notfall in das Fahrgeschehen einzugreifen. In dieser Testphase führten die autonomen Fahrzeuge fast eintausend reale Zustellungen durch.

Am 18. Dezember 2018 war es dann soweit: Der Nuro R1 absolvierte die erste autonome und unbemannte Lebensmittel-Lieferung. Seitdem kann sich jeder Bewohner in Scottsdale bestellte Lebensmittel direkt nach Hause liefern lassen.

Das autonome Lieferfahrzeug Nuro R1 im öffentlichen Straßenverkehr
Bild: Nuro.ai

On-Demand-Lieferservice: vollelektrisch und voll autonom

Die Nutzung des autonomen On-Demand-Lieferservices funktioniert erstaunlich einfach: Der Kunde benötigt lediglich eine App. Die Lebensmittel werden online beim Kooperationspartner Fry’s Food bestellt. Anschließend plant der Kunde den Zeitpunkt der Zustellung. Der Nuro R1 wird im Lager beladen und fährt schließlich vollelektrisch und autonom auf öffentlichen Straßen zur Zustelladresse. Der Kunde hat die Möglichkeit, das Fahrzeug während der gesamten Zeit live per App zu verfolgen. Zudem erfolgt eine automatische Benachrichtigung zum Zeitpunkt der Zustellung. Der Preis pro Lieferung beträgt pauschal 5,95 US-Dollar.

Der Nuro R1 wird dabei zu jeder Zeit von der Zentrale überwacht. Im Falle eines Sicherheitsrisikos kann das autonome Lieferfahrzeug per Fernbedienung vom Sicherheitspersonal gesteuert werden.

Neues Kapital für Nuro

Am 11. Februar gab Nuro bekannt, das der japanische Finanz- und Technologiekonzern SoftBank für die weitere Unternehmens-Entwicklung 940 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln zur Verfügung stellt. Das Kapital möchte Nuro nutzen, um den autonomen Lieferservice auf andere Städte auszuweiten. Zudem sollen mehr selbstfahrende Lieferfahrzeuge produziert und das Nuro-Team erweitert werden.

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