GasLkw und Kleintransport

Waitrose rüstet Flotte auf Biomethan-Lkw um

Die britische Supermarkt-Kette Waitrose rüstet ihre gesamte Lieferflotte auf Biomethan-Lkw um.

Die britische Supermarktkette Waitrose setzt auf Biomethan als Treibstoff für ihren Lkw-Fuhrpark. Im laufenden Jahr 2017 nahm Waitrose insgesamt 35 neue CNG-Lastwagen (CNG = Compressed Natural Gas) in seine Flotte auf. Mittlerweile ist der Fuhrpark auf 58 Biomethan-Lkw gewachsen. Der Mutterkonzern „John Lewis Partnership“ gab im Oktober 2018 bekannt, dass die gesamte Konzernflotte von rund 500 Diesel-Lkw bis 2028 komplett auf CNG-Fahrzeuge umgerüstet wird!

„100% erneuerbarer Biomethan-Kraftstoff bietet Flottenbetreibern die Chance, die CO2-Emissionen drastisch zu senken, die Luftqualität zu verbessern und Geld zu sparen.“ Baden Gowrie-Smith, Finanz-Vorstand von CNG Fuels

Bei der Modernisierung der Lkw-Flotte kooperiert Waitrose mit „CNG Fuels“, einem Anbieter von Biomethan-Kraftstoff. Das als Treibstoff für die CNG-Lkw verwendete Biomethan entsteht durch den natürlichen Abbau von Nahrungsmitteln und tierischen Abfällen. Biomethan als Kraftstoff für Fahrzeuge ist rund 40 Prozent günstiger als Diesel. Die CO2-Emissionen sind bis zu 90 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Diesel-Fahrzeugen. Auch die Geräuschentwicklung von CNG-Motoren ist etwa um die Hälfte geringer. Laut Unternehmensangaben wird mit jedem Biomethan-Lkw pro Jahr 100 Tonnen CO2 eingespart.

Die Anschaffungskosten der CNG-Lkw waren im Schnitt 50 Prozent höher als bei herkömmlichen Diesel-Lkw. Nach Berechnungen des Unternehmens amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten allerdings schon nach spätestens drei Jahren. Dank günstigerem Steuersatz ist CNG-Treibstoff in Großbritannien um 30-40 Prozent billiger als Diesel. Laut Waitrose beträgt die Kostenersparnis pro Fahrzeug und Jahr zwischen 15.000 und 20.000 Britische Pfund. Über die gesamte Betriebsdauer rechnet das Unternehmen pro Lastwagen mit Einsparungen von bis zu 100.000 Britischen Pfund (ca. 120.000 Euro) im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw.

Foto: Waitrose

Projekt soll Vorteile von Biomethan im Flotteneinsatz zeigen

Seit Juli 2018 nehmen Waitrose und CNG Fuels an einer groß angelegten Studie teil, die anderen Flottenbetreibern die Vorteile von Biomethan als Treibstoff aufzeigen soll. Die Studie möchte gleichzeitig beweisen, dass ausreichend CNG-Tankstellen vorhanden sind, um die wachsende Nachfrage nach Biomethan bewältigen zu können. Letztendlich soll das Projekt Betreiber von Lkw-Flotten im Großbritannien vom Umstieg von Diesel auf Biomethan überzeugen. Neben den 58 Lastwagen von Waitrose nehmen auch vier CNG-Lkw von John Lewis daran teil.

Im Rahmen dieses Projekts eröffnete CNG Fuels im August 2018 in Northampton eine neue Biomethan-Tankstelle. Die Tankstelle befindet die sich in der Nähe der Hauptverteilungszentren von Waitrose und dessen Mutterkonzern „John Lewis Partnership“. Die Tankstelle wird somit von 58 hochmodernen CNG-LKWs genutzt, die für den gesamten Konzern auf Langstrecken- und Stadtfahrten eingesetzt werden. Insgesamt könnten dort pro Tag 350 CNG-Lkw mit Biomethan betankt werden.

„Wir haben uns verpflichtet, die Emissionen unserer Flotte zu reduzieren. Diese Studie wird uns dabei helfen, nicht nur die Verringerung der CO2-Emissionen bei der Verwendung von Biomethan zu quantifizieren, sondern auch die Vorteile unserer branchenweit führenden sauberen Kühlaggregate zeigen.“ Justin Laney, General Manager Central Transport von John Lewis Partnership

Teil des Tests sind auch sechs Lastwagen, deren Kühlaggregat vom Gasmotor des Lkw angetrieben wird. Die Daten dieser Fahrzeuge sind für das Ergebnis des Projekts von entscheidender Bedeutung: Kühlaggregate werden normalerweise von Diesel-Hilfsmotoren angetrieben und verursachen 18 Prozent aller Emissionen der Waitrose- und John Lewis-Verteilerflotte.

Das Projekt wird vom britischen Amt für emissionsarme Fahrzeuge (OLEV – Office for Low Emission Vehicles) in Zusammenarbeit mit Innovate UK finanziert und soll im September 2019 abgeschlossen sein. Die Leistungsdaten werden von einem Team der Universität Cambridge analysiert.

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