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Workhorse HorseFly: Paket-Liefersystem mit Drohne und E-Lieferwagen

Paketlieferung per autonomer Drohne: Mit HorseFly soll die gesamte Waren-Zustellung effizienter und emissionsfrei werden!

Der US-Hersteller Workhorse hat ein Liefersystem entwickelt, das die Paket-Zustellung mit Elektro-Lieferfahrzeug und autonomer Drohne kombiniert. Das patentierte System „HorseFly“ besteht aus einer Hexacopter-Drohne, einem Elektro-Lkw Workhorse NGEN und einer speziell entwickelten Liefer-App.

Die Drohne parkt auf dem Dach des E-Trucks

Die Workhorse HorseFly-Drohne ist ein 6-Rotor-UAV (unmanned aerial vehicle = unbemanntes Flugzeug) aus Kohlefaser. Mit an Bord sind eine autonome GPS-Navigationsfunktion und Infrarotkameras für die Landung. Der Hexacopter fliegt vollständig autonom oder wahlweise auch per Remote-Steuerung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt rund 70 km/h, die Flugdauer pro Batterieladung rund 30 Minuten. Das Batteriepack besteht aus herkömmlichen 18650er Akkus (Mignon-Größe). Im Leerzustand wiegt die HorseFly-Drohne rund 22 Kilogramm. In der aktuellen Version beträgt die Nutzlast laut Hersteller 0,6 Kubikfuß, was von der Masse her rund 17 Liter entspricht. Die sechs Rotoren der autonomen unbemannten Drohne funktionieren redundant, also unabhängig voneinander. Das heißt, sollte einer der Rotoren aufgrund eines technischen Defekts ausfallen, kann die Drohne trotzdem problemlos weiterfliegen.

Das Drohnen-System ist in einen NGEN Elektro-Lieferwagen integriert, der unter anderem auch bei UPS im Einsatz ist. Der HorseFly NGEN E-Lieferwagen ist die Basis der Drohne und gleichzeitig das Kontrollzentrum für den Fahrer. Die rein elektrische Reichweite des E-Trucks beträgt rund 160 Kilometer.

So funktioniert die Paketzustellung mit der autonomen Liefer-Drohne

Die Horse-Fly Drohne ist in das Dach des Lieferfahrzeugs eingebaut. Hat der Fahrer das gewünschte Ziel erreicht, belädt er die Drohne mit dem Paket. Via Touchscreen steuert der Fahrer schließlich den Abflug des Hexacopters. Die HorseFly-Drohne fliegt dann selbständig zum festgelegten Ort. Der Kunde kann den gesamten Lieferprozess von einer auf der Drohne montierten Kamera über die Smartphone-App überwachen und einen Punkt auf seinem Grundstück festlegen, an dem das Paket zugestellt werden soll.

Während dieser Zeit hat der Fahrer die Möglichkeit, andere Lieferungen auf herkömmliche Art zu erledigen oder administrative Aufgaben zu übernehmen. Über den Monitor im Lieferfahrzeug kann er zudem den kompletten Flug der Drohne via Livebild überwachen und notfalls per manueller Steuerung eingreifen. Nach Zustellung des Pakets fliegt die HorseFly-Drohne automatisch zum Lieferwagen zurück und parkt selbständig auf dem Dach ein. In Parkposition wird die Lieferdrohne dann vom elektrischen System des Fahrzeugs aufgeladen.

Pilotprogramm soll Erkenntnisse für die Zukunft liefern

In Kooperation mit der Federal Aviation Administration (Luftfahrtbehörde der USA) und der Stadt Loveland, Ohio, startete Workhorse im Mai 2018 das erste große Pilotprogramm zur autonomen Drohnen-Lieferung. Dort konnten sich Bewohner freiwillig für das HorseFly-Programm anmelden. Bereits ein Jahr vorher testeten Workhorse und UPS die Paketlieferung mit Drohne und E-Lieferfahrzeug erstmals offiziell.

Das Pilotprojekt von Ohio soll Erkenntnisse über die Akzeptanz bei Verbrauchern liefern und zugleich die Sicherheit des gesamten Systems testen. Insgesamt möchte Workhorse mit BlackFly erreichen, dass die gesamte Paketlieferung wesentlich effizienter wird. Da die autonome unbemannte Drohne bis zu 97 Prozent weniger Energie als ein herkömmliches Lieferfahrzeug benötigt, sollen zudem die Schadstoffemissionen des Lieferverkehrs auf der letzten Meile gesenkt werden.

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