NewsSchienenverkehrVisionen

Kommt der Hyperloop nach Hamburg?

Am Hamburger Hafen könnte bald eine Hyperloop Strecke für den Containertransport entstehen

Während visionäre Verkehrsmittel in deutschen Innenstädten weiter auf sich warten lassen, geht der Hamburger Hafen einen großen Schritt in Richtung Zukunft. Wie das Hamburger Abendblatt vor einigen Tagen berichtete, erwägt die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) den Bau einer Hyperloop-Strecke für den Containertransport. Ziel ist vor allem die Reduzierung des hohen LKW-Aufkommens.

Hyperloop für den Containertransport

Laut Bericht gibts es eine Absichtserklärung zwischen der HHLA und dem US-Unternehmen Hyperloop TT über den Bau eines Hyperloop-Verladesystems. Aktuell befinde man sich zwar in Verhandlungen, einen Abschluss gebe es aber noch nicht. Inhalt der Absichtserklärung ist wohl fürs Erste der Bau einer Station, an dem die Container in die Hyperloop-Kapseln verladen werden.

Als Standort für die Hyperloop-Verladestation ist das Containerterminal Altenwerder vorgesehen. Aktuell wird die Schiffsfracht mit selbstfahrenden Transportfahrzeugen (AGV / Automatic Guided Vehicles) zum Lager gebracht. Wird die Hyperloop-Station am Hamburger Hafen tatsächlich Realität, dann werden die Container in Zukunft von den AGV zur Hyperloop-Verladestation gebracht. Die Beladung der Kapseln erfolgt schließlich per Computer gesteuerter Kräne.

Der Hyperloop in der Gegenwart

Hyperloop ist ein Hochgeschwindigkeits-Verkehrsmittel, das in einer Röhre von etwa drei Metern Durchmesser Personen und Güter transportieren soll. Die Transportkapseln werden per Unterdruck mit Geschwindigkeiten bis zu 1.200 km/h befördert.

Das US-Unternehmen Virgin Hyperloop One testet seit 2016 in Apex, Nevada an der Umsetzung des Hochgeschwindigkeitszugs. In Bobadilla, Andalusien, entsteht zudem ein Hyperloop Forschungs- und Entwicklungszentrum, das ab 2020 eröffnet werden soll.

Hyperloop Transportation Technologies (HTT), das in die Pläne am Hamburger Hafen involviert ist, erprobt den Hyperloop bereits auf einer Strecke in Toulouse, Frankreich. Mit „Quintero One“ stellte HTT im Oktober die erste serientaugliche Hyperloop-Transportkapsel der Welt vor. Mit dem Projekt Hyperloop in Hamburg ist die Vision der Hochgeschwindigkeitsbahn für den Personen- und Güterverkehr nun um ein spannendes Kapitel reicher geworden.

Zwei Hyperloop Kapseln fahren in einer Röhre in beide Richtungen
Hyperloop Kapseln in Röhre | Foto: Hyperloop TT

 

Noch ist der Hamburger Hyperloop eine Vision

Bis der Hamburger Hyperloop tatsächlich Realität wird, sind noch zahlreichen Hürden zu überwinden. Da die aktuellen Hyperloop-Projekte ausschließlich für den Personenverkehr erprobt werden, müssten erst noch Kabinen für den Warentransport entwickelt werden. Auch sind Start und Ziel der möglichen Hyperloop-Strecke am Hamburger Hafen aktuell noch nicht bekannt. Der Bau des Röhrensystems wird zudem einiges an Planungszeit verschlingen.

Die Vorteile eines Hyperloop-Systems für den Containertransport am Hamburger Hafen wären enorm. Nach Angaben von Hyperloop TT könnte das System über 4.000 Container pro Tag abfertigen! Die Containerhäfen im Hamburger Umland könnten zudem wesentlich schneller bedient werden. Da der Hyperloop in einer geschlossenen Röhre fährt, wäre die Lärmbelastung für den Transport der Container wesentlich geringer als aktuell. Außerdem könnte auf mehrere tausend LKW-Fahrten pro Tag verzichtet werden, worüber sich Umwelt und staugeplagte Hamburger Bürger mit Sicherheit freuen würden. Apropos Umwelt: Die Energie für den Betrieb des Hamburger Hyperloop-Systems soll von Solarzellen, die außen an der Hyperloop-Röhre angebracht sind.

Update 06.12.2018:

Die „Hamburger Hafen und Logistik AG“ (HHLA) und Hyperloop Transport Technologies (HTT) gründeten am 05.12.2018 das Gemeinschaftsunternehmen „Hyperport Cargo Solutions.“ Die Partner wollen in den nächsten Jahren sieben Millionen Euro in das Projekt Hyperloop am Hamburger Hafen investieren. Bis 2021 soll unter anderem eine Hyperloop Transportkapsel entstehen und eine 100 Meter lange Teströhre direkt am Hafen errichtet werden.

Quelle
Hamburger Abendblatt
Tags
Mehr zeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Close