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Transit X: fliegende Solarpods für eine autofreie Zukunft

Urbaner ÖPNV mit flächendeckendem Gleissystem für Nah- und Fernverkehr

Transit X ist ein visionäres ÖPNV-System für den Personen- und Gütertransport. Die Kleinbahn besteht aus hängenden Kabinen, die an 30 Zentimeter starken Stahlschienen entlang fahren. Die Energie für das gesamte Transit X Pod-System stammt zu 100 Prozent aus nachhaltiger Energie. Das langfristige Ziel der Entwickler ist, Städte und Gemeinden komplett autofrei zu machen und mit dem Transit X Pod-System für den Nah- und Fernverkehr zu ersetzen.

Energie durch Solarzellen

Das gesamte Transit X Pod-System wird ausschließlich elektrisch betrieben. Die Energie stammt zu 100 Prozent aus nachhaltiger Energie. Die Oberseite der Pods ist mit Solarzellen bestückt. Zusätzlich können weitere Sonnenkollektoren an den Schienen befestigt werden. Die so gewonnene Energie wird in großen Akkus gespeichert, die in den Stützpfosten untergebracht sind. Zur Stromversorgung können alternativ auch kleine vertikale Windanlagen oder andere alternative Energiequellen verwendet werden.

Pod hängt an Podway | Transit X System
Pod und Podway / Foto: Transit X

Pods für Personen- und Gütertransport

Eine Transit X Kabine besteht aus einer Kohlefaser-Monocoque-Schale mit einem Gewicht von 57 Kilogramm. Jede Kabine verfügt über eine 10 Kilogramm schwere Batterie, die den Elektromotor antreibt. Die Pods sind in unterschiedlichen Ausführungen verfügbar. Zur Personenbeförderung gibt es zum Beispiel die Roll-on-Pods mit Platz für bis zu fünf Passagiere. Auch an die Barrierefreiheit für Fahrgäste mit Handicap wurde gedacht. Spezielle Pods bieten ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer. Sehbehinderte und blinde Fahrgäste werden mit akustischen Nachrichten und anderen nicht-visuellen Signalen durch die komplette Fahrt geleitet.

Die Transit X-Cargo-Pods mit einer Nutzlast bis zu 1000 Kilogramm sind für vollautomatisierten Frachtverkehr vorgesehen. An sogenannten Pod-Stops können zum Beispiel einzelne Pakete angeliefert und vom Empfänger abgeholt werden. Diese Pod-Stops dienen je nach Bedarf auch als Zwischenlager.

Vollautomatisierte Fahrt von Tür zu Tür

Der Einstieg in die Pods passiert ebenerdig. Anschließend werden die Kabinen nach oben gehoben, ehe die Fahrt mit bis zu 73 km/h beginnt. Auf speziell für den Fernverkehr angelegten Systemen können die Pods bis zu 240 km/h schnell düsen. Daher werden die Kabinen auch gerne als „flying Pods“ bezeichnet.

Das Ziel der Fahrt wird vor dem Einsteigen über ein Mobiltelefon oder ein Transit X-Touchscreen eingegeben. Die Pods fahren anschließend, ohne Zwischenstop, zum Endpunkt. Je nach Dichte des Transit X Systems ist mit den „fliegenden Solarpods“ auch ein Tür-zu-Tür-Transport möglich. Die Fahrpreise sollen sich im Bereich aktueller öffentlicher Verkehrsmittel bewegen.

Die Vorteile von Transit X

Mit einem flächendeckenden Transit X-Netz könnten Autos, Busse, Lastwagen und Kurzflüge ersetzt werden. Kostspielige Bauten wie Tunnel oder Brücken sind für die Installation eines urbanen Pod-Systems nicht notwendig. Bisher asphaltierte ebenerdige Straßen werden so komplett überflüssig und könnten durch Grünstreifen ersetzt werden!

Neben mehr Grünflächen könnten sich die Bewohner überfüllter Städte zudem über ein Transportsystem freuen, das wesentlich geräuschärmer als Autos, S-Bahnen oder Züge verkehrt. Auch Staus gehören mit Transit X der Vergangenheit an.

Theorie und Praxis

Auch wenn visionäre Transportsysteme für den ÖPNV in der Theorie oft perfekt klingen – das große Problem bleibt die praktische Umsetzung. Im Test- und Montagewerk der Transit X LLC in Leominster, Massachusetts wird seit 2015 an der Entwicklung der Pods und Podways gearbeitet. Am 29. Oktober wurde das System nun der Öffentlichkeit in Boston vorgestellt. Öffentliche Teststrecken gibt es bis dato noch keine.

Nach Angaben von Transit X Gründer und CEO Mike Stanley gibt es bereits Abkommen mit Georgia und mehreren Städten in Afrika und Südostasien. Bleibt also zu hoffen, dass aus dem Pod-System tatsächlich Realität wird. Die Vorstellung, dass in naher Zukunft aus asphaltierten Verkehrswegen Grünflächen werden, klingt einfach zu verlockend!

 

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